Grüne Branche

20 Jahre Erzeugergrossmarkt Thüringen-Sachsen-Spreewald

Als die Einladung zum 20. Jubiläum des Erzeugergroßmarktes Thüringen-Sachsen-Spreewald eG gedruckt wurde, gab es noch eine heile Gemüsewelt. Dann kam EHEC und alles war anders. Am Tag des Jubiläums im Dorint-Hotel von Weimar herrschte dann zwar kein Jubel, aber ein Aufatmen: Die Verzehrwarnung für Salate, Tomaten und Gurken wurde vom Verbraucherschutzministerium aufgehoben.

In der 2010 eröffneten Gewächshausanlage Schkölen stehen auf 9,8 Hektar Cherrytomaten in vier Sorten. Foto: Dietrich Baumann

Man habe schon an eine einstweilige Verfügung gedacht, sagte Wolfram Rink, Geschäftsführer des Marktes. Das erledigte sich nun. Freilich wären auch im Bereich des Marktes die Absatzverluste bei Gurken und Tomaten hoch.

Die Entwicklung des Marktes begann 1990 in Laasdorf bei Jena mit sieben Gründerbetrieben als Erzeugergemeinschaft. Vom kleinsten Markt in den neuen Bundesländern entwickelte man sich zu einem Betrieb, der heute einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe macht – 2011 sollen es über 40 Millionen Euro werden – und in Laasdorf über modernste Vermarktungseinrichtungen verfügt.

Die kosteten auch Millionen, betonte Rink in seinem Bericht. Die Erfolge des Marktes sieht er der Philosophie geschuldet: „Aus der Region – für die Region, kurze Wege, Qualität und Frische“.

 

Gemüse und Obst auf über 2.000 Hektar Freiland und unter Glas

Die 25 Mitgliedsbetriebe produzieren Obst und Gemüse in über 20 Arten auf 2.100 Hektar Freiland und 40 Hektar unter Glas. Die Gesamterntemenge beläuft sich auf 36.000 Tonnen, wobei Gurken, Tomaten (13.000 Tonnen) und Blumenkohl über 80 Prozent der Fläche besetzen. Die Standorte verteilen sich auf Thüringen (5), Brandenburg (2) und Mecklenburg-Vorpommern (1).

Dazu kommen acht Standorte in Italien. Dort, so Rink, können man noch Gemüse anbauen, wenn es die Temperaturen in Deutschland nicht mehr zuließen. Andererseits gehe deutsche Ware in Klimagebiete, wo auf Grund hoher Temperaturen (Juli-September) kein Anbau, beispielsweise von Blumenkohl, mehr möglich sei.

Um Versorgungslücken zu schließen werde in Kürze am Standort Italien eine zwölf Hektar große Anlage für Cherrytomaten in Betrieb gehen. Expandieren wolle der Markt auch durch eine neue Anlage in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern).

Die gesamte Produktion des Erzeugergroßmarktes steht unter den Vorgaben der kontrollierten, integrierten Produktion. Pflanzenschutzmittel werden also nur dann verwendet, wenn bestimmte Schadschwellen überschritten werden.

Alle Mitgliedsbetriebe sind nach Globalgap und QS-GAP zertifiziert und der Markt selbst nach International Foot Standard (IFS). Sie praktizieren damit ein lückenloses Qualitätsmanagement und Rückstandsmonitoring. Anders könne man sich auf dem Markt – sprich beim Lebensmitteleinzelhandel – nicht mehr behaupten.

Die Verluste durch EHEC bezeichnete Rink als nicht so heftig, wie anfangs befürchtet. Der Markt profitiere von seinen stabilen, strukturierten Verbindungen zum Lebensmitteleinzelhandel und von dem Vertrauen, welches man sich in 20 Jahren Qualitätsarbeit bei seinen Partnern erworben habe. Natürlich sei die Angst groß gewesen.