Grüne Branche

2014: Kein Basamid-Einsatz

Antrag endgültig abgelehnt
In diesem Jahr können die deutschen Baumschulbetriebe das Bodenentseuchungsmittel Basamid-Granulat nicht einsetzen. Ende August informierte der Bund deutscher Baumschulen (BdB), dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Ausnahmegenehmigung nach Artikel 53 für Basamid in diesem Jahr endgültig abgelehnt hat.

Das BVL hat somit den Widerspruch des Verbands gegen den Ablehnungsbescheid vom März zurückgewiesen. Im Dezember 2013 hatte der BdB wie bereits in den Jahren zuvor einen Antrag gestellt, damit die Betriebe das Mittel auch 2014 wieder einsetzen können. Das war nur über diesen Weg möglich: die Zulassung für Notfallsituationen nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 für Pflanzenschutzmittel zur Bodenentseuchung im Zierpflanzenbau zu beantragen.

Im März erteilte die Genehmigungsbehörde jedoch einen ablehnenden Bescheid. Der BdB legte Berufung ein, doch auch dieser Widerspruch hatte keinen Erfolg. Die rechtliche Situation zum Einsatz der Bodenentseuchungsmittel ist für die Baumschulen demzufolge mehr als unbefriedigend.

Der BdB bezeichnet den Einsatz von Basamid als notwendig für die Pflanzenhygiene und zudem als wesentliche Voraussetzung für den europäischen Wettbewerb. In der Begründung seines Antrags hatte sich der BdB im Wesentlichen auf folgende Aspekte gestützt:

  • Der Einsatz von Basamid ist für saubere Ausgangsware erforderlich. Schließlich fehlen im Anwendungsbereich Rosaceen wirtschaftliche Alternativen gegen bodenbürtige Pilze.
  • Der Flächendruck, insbesondere durch Energiepflanzen, Bedarf der Landwirtschaft und Wohnbebauung, macht den Einsatz von Basamid notwendig.
  • 2013 stand Basamid in 20 von 28 europäischen Ländern zur Verfügung. Das führe zu verzerrtem Wettbewerb.

Mit den Gründen der Ablehnung werden sich alle Beteiligten jetzt detailliert befassen, wie Niels Sommer vom BdB ankündigte.Das BVL verweist bei seinem umfassenden Ablehnungsbescheid unter anderem darauf, dass angesichts der bestehenden Datenlücken und Unsicherheiten über mögliche Auswirkungen von Basamid auf den Naturhaushalt die Bedenken den Nutzen der Anwendung überwiegen. Bedenken bestehen insbesondere wegen des hohen Gefährdungspotenzials für das Grundwasser. bim

Lesen Sie mehr dazu auch in Ausgabe 10/2014 Deutsche Baumschule.

Cookie-Popup anzeigen