Grüne Branche

3. GehölzTrendTage: Tipps für das Herbstgeschäft

Rund 50 Teilnehmer konnte Sebastian Heinje zu den 3. GehölzTrendTagen der Baumschule Heinje am 9. August auf seinem Betriebsgelände in Jeddeloh begrüßen. Heinje setzte dabei das bewährte Konzept fort, zwei Gruppen einen Tag lang in Theorie und Praxis hilfreiche Impulse für die anlaufende Herbstsaison zu geben. 

Neben Antje Verstl, die sich in ihrem Workshop wieder mit Präsentationsideen zu aktuellen Themen auseinandersetzte, zeigte Peter Menke (Ned.Work), Medienexperte aus Düsseldorf, auf, wo sich interessante Inhalte für eine effektive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit finden lassen. Als ein Beispiel nannte er die EU-weite Kampagne „Colour your Life“. Die Geschichten zu einzelnen Gehölzen kämen gut bei Kunden an.

„Mit Geschichten hinter den Pflanzen können wir unseren Kunden etwas bieten“, bestätigt Antje Verstl. Ihrer Ansicht nach wollen die Verbraucher wissen, warum sie eine bestimmte Pflanze kaufen sollen. Dabei sei es hilfreich, den Nutzen hervorzuheben. „Wir leben in einer Zeit, in der sich doch eine Reihe von Verbrauchern wieder die Zeit zum Ernten und Verwerten nehmen, dies ganz bewusst wollen“, unterstrich Verstl. Dies biete dem Fachgartencenter die Gelegenheit, sich mit dem Angebot von Gehölzen zu profilieren, deren Nutzen etwas in Vergessenheit geraten sei.

Bei Holunder, Sorbus – hier setze die Sorte 'Chinese Lace' mit ihren auffällig großen Blattwedeln Akzente –, Wildrose, Sanddorn und Aronia sei das auf den ersten Blick nicht weiter kompliziert. Säfte, Sirup, Gelee, Tee oder auch Cremes sind Zusatzprodukte, die sich als Ergänzung eignen, bei denen aber auch die Gefahr besteht, das Thema zu überfrachten, unterstrich Verstl. Rezepte oder Verköstigungen stellen aber die Verbindung zur Saison her, wodurch sich verschiedene Pflanzen mehrfach in Szene setzen lassen. Die Blüte oder Reifezeit der Früchte bieten die Anlässe.

Geschichten und Mythen rund um die Nadelgehölze sind dazu angetan, das Image der Nadelgehölze aufzupeppen und auf deren Nutzen im Sinne der Gesundheit hinzuweisen. „Ein wenig Literaturstudium und schon erfährt man, welche Kräfte dem Wacholder zugeschrieben werden oder welche Götter in ihm wohnen.“

Kiefer und Fichten liefern ätherische Öle, Harz und Knospen, die in früheren Zeiten in der Volksheilkunde ihren Platz hatten, heute vielen nur noch als Badezusatz bekannt sind. Vergessenes wieder ans Licht zu holen, das spreche Menschen mit gesteigertem Naturbewusstsein an.

Als weiteren Ansatz sieht Verstl immer noch den Wunsch nach mehr wilder Natur, Natürlichkeit und Naturbelassenheit an. Tiere im Garten wie Igel & Co. hätten für viele Gartenfreunde eine sehr hohe Bedeutung. Insekten, darunter vor allem die Schmetterlinge haben sich beispielsweise als Sinnbild für Natur etabliert, deshalb sei es wichtig, im Verkaufsgespräch an Schmetterlingspflanzen zu denken.

Für Verstl ist ein Saisonauftakt auch immer die Gelegenheit, die Verkaufsflächen kritisch zu hinterfragen. Für ein Fachgartencenter könne es nicht verkehrt sein, wenn es seine grüne Verantwortung annehme. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Verbraucher unterschwellig oder ganz konkret von ihrer Einkaufsstätte für Pflanzen ein umweltbewusstes und nachhaltiges Betriebskonzept erwarten. Also prüfen Sie, an welcher Stelle Sie Ihre Leistung in dieser Richtung herausstellen können.“

Fest stehe schon seit längerem, dass vor allem ältere Menschen bevorzugt in Fachgeschäften einkauften und dabei Wert auf gute Qualität legten. „Unsere Kunden werden aber von Jahr zu Jahr älter. Reagieren wir darauf mit größerer Schrift oder einfach gehaltenen, leicht nachvollziehbaren Informationen?“, fragte Verstl. Viel zu oft fielen ihr bei Betriebsrundgängen mickrige Schriften oder auch Stolperfallen in den Verkaufsflächen auf.

Die Investition im Sinne der älteren Verbraucher müsse einhergehen mit einer weiteren Emotionalisierung der Verkaufsflächen. „Mit Gefühlen sprechen wir genauso das jüngere Publikum an, das wir für die Zukunft brauchen und an uns binden müssen.“ Der Kunde soll sich wohlfühlen. Erfolgreich ist, wer sich an den Bedürfnissen der heutigen Gartenkunden ausrichtet, weiß Verstl.

Der moderne Kunde erwartet Gestaltungsideen und Inspiration am POS. Essen, Spielen, Spaß, Entspannen – daran wird nicht nur das Sortiment gemessen, sondern auch das Einkaufserlebnis als solches. Neben einer attraktiven Verkaufsflächengestaltung kann es sinnvoll sein, eine Verbindung zu Kunst und Musik herzustellen. (ts)

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