Grüne Branche

3. IVG-Forum: Internet-Handel nimmt auch in der Gartenbranche zu

Das 3. IVG Forum des Industrieverbandes Garten am 7. November in Düsseldorf blickte in die Zukunft und widmete sich den Fragen: Wohin wird sich der Gartenbau zum Ende des 21. Jahrhunderts entwickeln? Und welche Folgen hat der steigende E-Commerce für die Absatzkanäle der Grünen Branche?

Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, Stiftung für Zukunftsfragen von der British American Tobacco (Hamburg) unterstrich die Faszination, die ein Garten für die meisten Leute auslöst. 48 von 100 deutschen Gartenliebhabern arbeiten mindestens einmal pro Woche aus purer Freude an diesem Hobby im Garten. 31 von 100 Gartenbesitzern würden gerne häufiger Gartenarbeit machen. Es sind vor allem die über 50-jährigen, die Arbeit im Garten zu ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung zählen.

Wenn im Jahr 2050 über 40 Prozent der deutschen Bevölkerung über 60 Jahre sein werden, bekommt diese Zielgruppe für die Gartenbranche immer größeres Gewicht. Schon heute seien Naturbewusstsein und Ökologie mehrheitstauglich, City oder Urban Gardening bekommen Bedeutung, Gärten und Parks als touristische Attraktionen genießen guten Zuspruch, so Reinhardt. Den stärksten Zuwachs an beliebter Freizeitbeschäftigung verzeichnen aber immer noch das Internet und der Computer, so Reinhardt.

Diesen hohen Stellenwert des Internets stellte auch Sven Suberg, Suberg Strategy Consultants, in den Mittelpunkt seines Vortrags. Bis 2020 würde jeder fünfte Euro im Gartensegment online umgesetzt. DIY goes online, brachte er seine Sicht auf einen kurzen Nenner, trotz vermeintlicher logistischer Herausforderungen bei sperrigen Produkten. Doch lebendes Grün bleibe schwierig.

Die Hersteller von Gartenprodukten würden weiterhin auf den qualifizierten Fachhandel angewiesen sein, unterstrich Suberg, und müssten mit ihm zusammenarbeiten. Sie sollten aktiv Einfluss auf das Finden und den Kauf ihrer Produkte im Internet nehmen, und die Preise stabil halten, ohne dabei den stationären Fachhandel zu schädigen.

Denn dieser wird seine Bedeutung für den Endverbraucher durchaus behalten, nur dort können Sortimente und Dienstleistungen effizient verknüpft und emotionale Bedürfnisse des Kunden gestillt werden, so die Einschätzung von Klaus Peter Teipel, IFH Retail Consultants. Diese Prognose wird dadurch unterstützt, dass sich der Umsatz der Fachgartencenter in 2012 um 5,1 Prozent auf insgesamt 2,27 Milliarden Euro gegenüber den anderen Vertriebskanälen am stärksten gesteigert hat. Dagegen haben die Baumärkte den Umsatz ihrer Gartencenter und -abteilungen in Höhe von 4,69 Milliarden Euro lediglich gehalten.

Über alle Kanäle hinweg wird der Gartenmarkt 2012 laut Teipel voraussichtlich um 1,1 Prozent auf ein Volumen von 18,272 Milliarden Euro wachsen. Sicher ist, der Garten verlangt nach Sinnlichkeit und Emotion im Handel. Und da herrscht noch ein großes Defizit zwischen Kundenanspruch und Kundenansprache, so Teipel. Der Fachhandel muss die emotionalen Bedürfnisse der Kunden stillen, die Hersteller über ihre Produkte ehrlich, offen und umfassend informieren. (fri)