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30.000 Salatköpfe am Tag aus automatisierter Vertikalfarm

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Sieht so der Gartenbau der Zukunft aus? In Kyoto erntet der japanische Gemüse-Erzeuger Spread Co., Ltd. inzwischen 30.000 Salatköpfe pro Tag, die in der laut Firmenangaben weltweit ersten überwiegend automatisierten, vertikalen Großfarm produziert werden. Die Salat-Produktion soll aber nicht nur effizient, sondern auch umweltverträglich sein.

In der Techno Farm Keihanna wurden die arbeitsintensiven Prozesse bei der Salat-Produktion größtenteils automatisiert. Foto: Spread Co., Ltd.

Techno Farm Keihanna 2018 in Betrieb genommen

Eine der größten Herausforderungen im Verical Farming sei es, eine beständige Produktion zu gewährleisten, erklärt das japanische Unternehmen. Mit einer Kapazitätsauslastung von 97 Prozent binnen sechs Jahren sei dies erstmals in Spreads Kameoka Farm gelungen. 2007 in Betrieb genommen, arbeitete die „Salatfabrik“ mit einer Kapazität von 21.000 Köpfen pro Tag im Jahr 2013 erstmals profitabel. Spread bezeichnet die Kameoka Farm daher auch als „Profitabilitätspionier“. Auf den dort gesammelten Erfahrungen aufbauend, wurde im November 2018 die Techno Farm Keihanna – so der vollständige Name der laut Spread weltweit ersten vollautomatisierten Vertikalfarm – in Betrieb genommen.

Arbeitsintensive Prozesse bei der Salat-Produktion weitestgehend automatisiert

Deutlich schneller als in Kameoka, nämlich innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren, konnte der japanische Gemüse-Erzeuger hier bereits im Januar 2021 eine Kapazitätsauslastung von 99 Prozent und eine stabile Produktion von 30.000 Salatköpfen pro Tag vermelden. Spread zufolge seien vergleichbare Produktionsraten bislang noch in keiner anderen vertikalen Anlage weltweit erreicht worden. Möglich wurde dies den Angaben zufolge durch die innovative Technologie, die in Keihanna zum Einsatz kommt. So sei es Spread etwa gelungen, die arbeitsintensiven Prozesse bei der Salat-Produktion größtenteils zu automatisieren, um den gesamten Prozess innerhalb der Farm effizienter und kostensparender zu gestalten. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass es selbst auf großen Flächen nur zu geringen Schwankungen bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit kommt, was zu einer gleichbleibend hohen Qualität der Salate führe.

Spread spart in vertikaler Salat-Farm Wasser und Energie

Darüber hinaus werden bei der Salat-Produktion in der GlobalG.A.P-zertifizierten Techno Farm Keihanna Ressourcen geschont, zum Beispiel durch Wasser-Recycling – mehr als 90 Prozent des für die Kultur benötigten Wassers wird nach Angaben von Spread für die Wiederverwertung aufbereitet, was zu einer Wasserersparnis von 16.000 Litern pro Tag führe. Sowohl in Keihanna als auch in der Anlage in Kameoka werden zudem spezielle LEDs verwendet, die den Energieverbrauch gegenüber herkömmlichen LED-Leuchten um 30 Prozent reduzieren, wie das Unternehmen betont. Für die Zukunft visiert der Gemüse-Erzeuger, der aktuell rund 3.600 Einzelhandelsgeschäfte in ganz Japan mit den in der Techno Farm Keihanna produzierten Salaten beliefert, die Kooperation mit interessierten Unternehmen sowohl in Japan als auch in Übersee an. Zielsetzung sei, Lösungen für globale Probleme wie den Klimawandel und die Ernährungssicherung anzubieten, wie Spread betont.

► Mehr über Großprojekte im Gemüse- und Kräuteranbau auch hierzulande lesen Sie im TASPO extra Genusspflanzen in Ausgabe 13/2021.

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