Grüne Branche

6. Norddeutscher Gartenbautag: „Der Gartenbau kann es – Grün tut gut!“

„Grün tut gut!“ Dies war die zentrale Botschaft auf dem 6. Norddeutschen Gartenbautag am 28. Mai 2013 auf der Internationalen Gartenschau (igs) Hamburg 2013. Die Veranstaltung fand auf der Süd-Bühne des Norddeutschen Rundfunks (NDR) inmitten des Ausstellungsbereiches „Lebendige Kulturlandschaften“ statt, unter anderem mit den Vier- und Marschlanden und dem Pinneberger Baumschulland. 

„Als Berufsstand ergreifen wir die Initiative, der Gartenbau übernimmt Verantwortung und nimmt die Herausforderungen an, die die moderne Gesellschaft an uns stellt. Dies wird durch die Referate im Rahmen unseres Gartenbautages deutlich“, begründete Andreas Lohff, Präsident des Gartenbauverbandes Nord (GVN), das Motto der Veranstaltung.

Klaus Groß, Bürgermeister der Stadt Westerstede, stellte den Wettbewerb „Entente Florale“ mit seinen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und der Eigeninitiative für ein Mehr an Grün und Natur in den Städten und Gemeinden vor. „Die Lebensqualität gerade in den finanzschwachen Städten und Gemeinden ist ohne den ehrenamtlichen Einsatz von Mitbürgern auf Dauer nicht zu halten. Hier haben wir mit dem Wettbewerb Entente Florale ein Instrument in Händen, um die Bürger mitzunehmen und sie zu überzeugen, dass der Einsatz für die eigene Lebensumwelt sich lohnt“, so Groß.

Anhand praktischer Beispiele aus seiner Heimatstadt Westerstede („Gesundheitsstadt im Grünen“) präsentierte Groß Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort. Nach einer Wettbewerbsteilnahme werden häufig neue Impulse zu einer weiteren Verbesserungen und der Steigerung der Lebensqualität gesetzt. Sein Fazit: „Entente Florale ist, wenn es geschickt eingesetzt wird, ein hervorragendes und kostengünstiges Stadtentwicklungs- und Marketinginstrument.“

Jochen Sandner, Geschäftsführer der der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft mbH, erläuterte anschließend welche integrierten Stadt- und Regionalprozesse mit  den Gartenschauformaten Buga und Iga in Gang kommen, wie eine neue Infrastruktur entsteht und welche Partizipationsprozesse in der Bevölkerung, mit der Wirtschaft und Kultur in der Stadt ausgelöst werden.

Eine Buga etwa bündele lang geplante öffentliche und private Investitionsmaßnahmen. Bestes Beispiel dafür sei die jüngste Buga Koblenz, die 500 Millionen Euro Investitionen in Koblenz und Umgebung ausgelöst hat. In seinem Vortrag stellte Sandner prestige- und imageträchtige Ergebnisse von Buga-Städten vor, während und nach einer Gartenschau zur Diskussion. Gartenschauparks seien nach der sommerlangen Ausstellung gut besuchte Erholungsflächen mit hoher medialer Aufmerksamkeit, die eine Wohnumfeldverbesserung ebenso nach sich ziehen, wie eine größere Anziehungskraft der Stadt – auch für den Tourismus.

Jürgen Mertz, Präsident der Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), setze sich in seinem Referat mit den drängenden Herausforderungen für den Gartenbau auseinander und leitete daraus eine gartenbaupolitische Standortsbestimmung ab. So machte Mertz deutlich, wie die demografischen und strukturellen Entwicklungen das Nachfrageverhalten und die Warenströme in der Gartenbaubranche verändern werden.

Die von Bundesministerin Aigner vorgestellte „Clusterstudie Deutscher Gartenbau“ zeige die Wichtigkeit und wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Mertz: „Der Gartenbau in Deutschland ist ein bedeutsamer Wirtschaftszweig, dies belegen die beeindruckenden Zahlen und wichtigen Ergebnisse der Studie. Sie ist Basis zum Dialog untereinander und Fundament, um den Gartenbau in seiner Vielfalt zu stärken und somit die Zukunft zu sichern.“

Außerdem wurde Ernst Kramer für seine besonderen Verdienste um den Berufsstand die Goldene Ehrennadel des Gartenbauverbandes Nord verliehen. Laudator Andreas Kröger, Präsident der Landesgruppe Hamburg im GVN, hob die Verdienste von Kramer hervor, der sich seit mehreren Jahrzehnten besonders in der Ausbildung für den Berufsnachwuchs sowie als Preisrichter auf Gartenschauen engagiert habe. (ts/gvn)