Grüne Branche

60 Jahre Gärtnermeister: „Man muss Bäume pflanzen“

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Eigentlich wollte Siegfried Machoy Förster werden, absolvierte dann aber eine Ausbildung zum Gärtner. 1959 legte der Roßlaer seine Meisterprüfung ab – und bekam jetzt als erster Gärtnermeister Sachsen-Anhalts den Diamantenen Meisterbrief.

Siegfried Machoy (l.) hatte vor 60 Jahren seine gärtnerische Meisterprüfung abgelegt und dafür jetzt von VGL-Vizepräsident Axel Krunig den Diamantenen Meisterbrief erhalten. Foto: VGL Sachsen-Anhalt

Respekt für das gärtnerische Lebenswerk

Axel Krunig, Vizepräsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen-Anhalt, brachte seinen großen Respekt für das gärtnerische Lebenswerk zum Ausdruck, als er dem Jubilar den Diamantenen Meisterbrief zum 60. Jahrestag seiner erfolgreich abgelegten Meisterprüfung übergab.

So hatte Machoy bis zum Mauerfall und der Gründung seiner Garten- und Landschaftsbaufirma unter anderem die Abteilung Obst- und Gartenbau der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Roßla geleitet.

Gärtnermeister lässt sich „fachlich nicht in Entscheidungen reinreden“

Trotz seiner Tätigkeit in unterschiedlichen staatlichen Einrichtungen der ehemaligen DDR, ließ sich der Gärtnermeister jedoch „fachlich nicht in seine Entscheidungen reinreden“, wie der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Sachsen-Anhalt in einer Presseerklärung über Machoy schreibt.

Vielleicht liegt seine Beharrlichkeit auch darin begründet, dass Machoy, als er 1959 erfolgreich die Prüfung zum Gärtnermeister ablegte, bereits ein bewegendes Leben hinter sich hatte. So musste der Gymnasiast als 15-Jähriger seinen ersten Kriegseinsatz als Soldat erleben und geriet in russische Gefangenschaft. Nach Kriegsende gelangte er mittels eines Zweitausend-Kilometer-Marschs nach Leipzig, wo seine Familie zwischenzeitlich lebte.

Wanderjahre führen Machoy auch in die noch junge BRD

Wenig später begann Machoy dann seine Ausbildung zum Gärtner, der sich drei Jahre Wanderschaft anschlossen. Auf dieser kam der junge Mann unter anderem auch in die zum damaligen Zeitpunkt bereits gegründete Bundesrepublik – was ihm von den damaligen DDR-Funktionären nach seiner Rückkehr nach Roßla angekreidet wurde, sodass er „kein unbehelligtes Leben führen konnte“, wie der VGL Sachsen-Anhalt schreibt.

Im 1991 gegründeten GaLaBau-Betrieb seines Sohnes Jörg mit angeschlossener Baumschule war Machoy selbst in den letzten Jahren regelmäßig anzutreffen und schnitt unter anderem die Bäume im Einschlag nach wie vor selbst.

Baumpflanzung bei Verleihung des Diamantenen Meisterbriefs

Als im Zuge der Verleihung des Diamantenen Meisterbriefs – der Lokalpolitiker ebenso wie Freunde und langjährige Weggefährten beiwohnten – jetzt symbolisch ein Baum gepflanzt wurde, umfasste Jubilar Machoy diesen mit den Worten: „Ich wünsche dir, dass du viele Jahre hier stehst und die Menschen immer daran erinnerst, dass man Bäume pflanzen muss.“