Grüne Branche

Abbaubarer Reiniger für grüne Scheiben

Ein neues, komplett biologisch abbaubares Reinigungsmittel auf Hefe- und Hanfölbasis, das in veränderter Zusammensetzung zum Säubern ölverschmierter Vögel oder zum Entfernen von Ölspuren auf Straßen Verwendung findet, wird nun auch für den Gartenbau angeboten. Es nennt sich Faligran Flora (Wirkstoff Faliten FMO) und ist erst wenige Wochen auf dem Markt, aber dennoch schon bei knapp 200 Gartenbaubetrieben im Einsatz, berichtet Marcus Kazmierowski vom Vertriebsunternehmen Faligran aus Geldern (www.faligran.de), das Gartenbauunternehmen das Produkt auf Wunsch in Vorführungen vorstellt. Einsatzgebiet: Entfernen von Algen, Schattierfarbe oder beispielsweise Ruß sowie Reinigen von Arbeitsbändern, Hallenböden oder Lkw-Aufbauten. Zur Anwendung ist das Mittel verdünnt (eins zu zehn) auf die zu reinigende Fläche aufzusprühen (beispielsweise mit Rückenspritze), bis fünf Minuten einwirken zu lassen, gegebenenfalls mit einem weichen Besen etwas einzuarbeiten und dann mit klarem Wasser bei entsprechendem Wasserdruck nachzuspülen. Algen sollen beispielsweise aus der Oberfläche herausgelöst werden, Fette oder Öle aufgelöst, Bakterien abgespült und die nachfolgende Zersetzung organische Verschmutzungen begünstigt werden. Ergebnis sei eine Tiefenreinigung mit einem Reinigungseffekt um 98 Prozent. Ein Zehn-Liter-Kanister (Direktbezug) soll für 600 bis 800 Quadratmeter zu reinigender Oberfläche reichen. Bei einer Vorführung am 10. April stellte Kazmierowski mit seinem Kollegen Joachim Behr das Produkt dem Braunschweiger Gartenbaubetrieb Kurda vor. Allerdings erfüllten die kühlen und feuchten Witterungsbedingung an diesem Tag, die Inhaber Rainer Kurda treffend mit "Nieselsachsen!" umschrieb, mit knapp um fünf Grad Celsius nicht die Mindestanforderungen für die Anwendung. Denn es sollten nach Gebrauchsanweisung schon mindestens zehn Grad Celsius herrschen. Erst dann entfaltet das Reinigungsmittel laut Kazmierowski im Freien seine volle Wirkung beispielsweise auf einer veralgten und verschmutzten Gewächshausfolie, die Kurda an einem bald umzudeckenden Folienhaus auswählte, oder auf Wegen, Gewächshaustischen im Produktions- oder Verkaufsbereich und sogar auf Mypexgewebe. Rainer Kurda blieb deshalb vorerst skeptisch und will das Produkt nochmals testen, wenn es wärmer wird. Im Freien wurden die behandelten Flächen zwar sauber, aber der Einfluss des Produkts war nicht eindeutig. Im wärmeren Gewächshaus dagegen zeigte sich beim Testeinsatz in den Rinnen eines Tisches schon eine Wirkung, so Kurda, und dies gerade in den sonst nur schwer erreichbaren Rinnenecken. Interessant sei das Produkt schon allein aufgrund seiner Unbedenklichkeit (laut Hersteller: nicht wassergefährdend, ungiftig, dermatologisch unbedenklich, in zehn Tagen biologisch abgebaut, Kulturen können im Gewächshaus verbleiben, Konstruktionsteile und Kunststoffe werden nicht angegriffen).