Ablehnung aus dem Süden

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Mit großer Mehrheit zwar, aber nicht mit Harmonie erreichte der BdB über eine Resolution ein Mandat für seine weitere Position zum Thema Umweltgesetzbuch (siehe obenstehender Beitrag). Abgelehnt wurde diese Resolution von 13 Delegierten (bei zwei Enthaltungen) auf der Wintertagung des BdB, die für die Landesverbände Bayern, Württemberg und Baden stehen. Im Nachgang zur BdB-Wintertagung begründeten die drei Landesverbände ihre ablehnende Haltung.

Wie sie erläutern, setzte in Bayern und Baden-Württemberg gestützt auf gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Richtlinien bereits Anfang der 90er-Jahre eine Nachfrage nach autochthonen Gehölzen ein.

Für diesen neuen Gehölzmarkt bauten die Baumschulen in Bayern und Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ministerien und Naturschutzbehörden mit erheblichem finanziellem Aufwand und anfangs beträchtlichem Absatzrisiko ein umfassendes Kontroll- und Zertifizierungssystem auf, um den Abnehmern ein gesichertes Baumschulprodukt anbieten zu können. Dieses System beinhalte eine lückenlose Dokumentation mit neutraler Kontrolle von der Samenernte bis zum fertigen, beim Kunden angelieferten Produkt und münde in der Zertifizierung jeder einzelnen Lieferposition.

Seit Mitte der 90er-Jahre deckten eine Vielzahl von bayerischen, badischen und württembergischen Baumschulen, bei denen es sich allesamt um BdB-Mitgliedsbetriebe handele, einen kontinuierlich zunehmenden Bedarf dieser autochthonen, gebietsheimischen Gehölze in ihren Bundesländern. Für viele Betriebe sei die Produktion dieser Gehölze ein unverzichtbarer Teil ihrer Anzucht mit existenzieller Bedeutung für den Erhalt der Betriebe.

Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht von ohnehin bundesweit schwindenden Produktionsflächen und einer permanent rückläufigen Zahl von Mitgliedsbetrieben des Verbandes, sehen sich die drei süddeutschen Landesverbände nach eigener Aussage außerstande, zur Einhaltung der Verbandsraison einer Resolution, die zum wirtschaftlichen Nachteil ihrer Mitgliedsbetriebe sei, zuzustimmen. Ohnehin stelle die Verwendung autochthoner, gebietsheimischer Gehölze aus der Sicht der süddeutschen Landesverbände weder ein Handelshemmnis noch eine Einschränkung des freien Pflanzenhandels dar. Schließlich könne herkunftgesichertes Pflanzgut von jeder Baumschule überall in Deutschland produziert, angeboten und gehandelt werden.

Die süddeutschen Landesverbände würden es begrüßen, so heißt es weiter, wenn im Zuge des angedachten Umbaus der Verbandsstruktur die Verbandsspitze eine perspektivische Lösung entwickeln könnte, die es Betrieben mit unterschiedlichen Produktionsspektren und -philosophien erlaubt, im Wettbewerb, unbedrängt von berufsständischer Einflussnahme, den Abnehmer gleichermaßen und mit kollegialer Akzeptanz zu bedienen.

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