Grüne Branche

Abstimmung mit Bundesverband im Januar: IGW stärkt ihre Position

Die Interessensgemeinschaft der jungen Weihnachtsbaumerzeuger (IGW) hatte zur jährlichen Hauptversammlung am 7. September 2007 nach Gudensberg geladen. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Suche nach einer Lösung für formale Regeln.

Vor drei Jahren hatte sich die IGW während der Weihnachtsbaum-Börse an selber Stelle, im "Hessischen Hof" in Gudensberg gegründet. "Die jungen Wilden", wie sie landläufig genannt werden, kümmern sich aktiver, ideenreicher und ein wenig bissiger um ihre Belange als es beim vielfach verbreiteten Phlegma der Mitglieder in den Landesverbänden möglich sei, erklären sie ihre Initiative.

Bundesweit haben sich der IGW Erzeuger, Baumschulen und Händler aus den Bereichen Weihnachtsbäume, Schnittgrün und Sonderkulturen angeschlossen. Für die Mitglieder steht der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten an erster Stelle. Und zwar in einer Intensität und Ehrlichkeit, wie es nie unter Nachbarn geschehen würde. Alle loben die gemeinsamen Aktivitäten und interessanten Themen. Sie wünschen sich den Fortbestand der IGW auf festeren Füßen, damit die Gruppe nicht zerfällt, aber ohne zu viele, möglicherweise abschreckende Regeln. Dem Vorstand verlangt die intensive Betreuung viel ehrenamtliches Engagement ab, vor allem bei bürokratischen Tätigkeiten, wie Beiträge einkassieren oder Reisen organisieren. Zur Entlastung, für eine ordnungsgemäße Verwaltung der Gelder und Klarheit gegenüber dem Finanzamt wünscht sich der Vorstand eine Richtlinie, die Entscheidungsbefugnisse einräumt und von den Mitgliedern anerkannt wird. Aus diesen Überlegungen entstand die Idee, einen Verein zu gründen. Mit einem "eingetragenen Verein", das zeigte sich im Laufe der Diskussion, würde aber zwangsläufig ein Problem mit der Wirkung nach außen auftreten: Ist die IGW als Verein eine Gegenbewegung zu den Landesverbänden? In welchem Gebiet ist er tätig? Wer ist in Sachen Weihnachtsbaum dann Ansprechpartner für die Politik? Warum braucht eine kleine Gruppe von vielleicht 200 bis 300 Anbauern zwei Vertretungen? Unterscheiden sich ihre Zielsetzungen überhaupt? Die Lösung, die noch am selben Abend gefunden wurde, lautet: Die IGW wird eine Unterorganisation unter dem Dach des Bundesverbandes. Sie nutzt die dort bestehenden bürokratischen Basis-Strukturen, stellt aber für sich eigene Regularien auf und bleibt eine autarke Gruppe. Dadurch ist weder ein Arbeitskreis noch ein Landesverband beeinträchtigt, und nach außen tritt die Weihnachtsbaumbranche einheitlich und stark auf. Die IGW-Mitglieder haben daraufhin beschlossen, eine Abordnung zu autorisieren, gemeinsam mit Vertretern des Bundesverbandes im Rahmen des jährlichen Treffens im Januar in Kassel die Formalitäten zu regeln. Jeder soll sich darin wieder finden, keiner bevormundet sein, und alles in juristisch abgesichertem Rahmen.