Grüne Branche

Adventsgeschäft in Einzelhandelsgärtnereien: zurück zur Kernkompetenz

Eine Umfrage unter Einzelhandelsgärtnereien in Franken ergab, dass der Geschäftsverlauf im Advent 2012 keine großen Umsatzsteigerungen brachte und zum Teil sogar Umsatzeinbußen. Aber mit geringerem Aufwand gelang es den meisten Einzelhandelsgärtnereien ein positives Betriebsergebnis in der Adventszeit zu erwirtschaften.

Ideen zur Advents-Floristik zeigte das Pflanzenforum Süd-West. Foto: www.pflanzenforum.de

Immer mehr Betriebe reduzieren ihre Anstrengungen im Adventsgeschäft und konzentrieren sich darauf, adventliche Sortimente in Szene zu setzen ohne eine aufwendige Adventsausstellung zu inszenieren. Die Bewirtung etwa ist nicht mehr kostenlos und wird von Cateringfirmen oder Vereinen übernommen. Ein großes Rahmenprogramm, opulente Bewirtung und ein „Budenzauber“ mit Partnern gehören der Vergangenheit an.

Einzelhandelsgärtnereien konzentrieren sich auch im Adventsgeschäft wieder mehr auf ihre Kernkompetenzen Blumen, Pflanzen und Floristik. Vor allem, handwerkliche, hochwertige floristische Werkstücke sind wieder mehr gefragt. Der Trend in Einzelhandelsgärtnereien geht eindeutig zu mehr Qualität im Adventsgeschäft. Veredelte und verarbeitete Pflanzen, hochwertige Werkstücke und weniger Standardadventskränze bestimmen die Sortimente. Keramik, Kerzen und anderes adventliches Zubehör wird gekauft, wenn es hochwertig ist und sich deutlich vom Angebot der Baumärkte, Discounter, Drogerien und Filialisten unterscheidet.

Die Umsätze blieben 2012 trotz hoher Besucherzahlen an den Sonntagen hinter den Erwartungen zurück. In Einzelhandelsgärtnereien waren vor allem mittel- bis hochpreisige floristische Werkstücke gefragt. Traditionelle Adventskränze sind wie in den Vorjahren rückläufig, zurückzuführen auf die Konkurrenzangebote aus dem Lebensmitteleinzelhandel und von Discountern.

Hochwertige Keramik in Weiß, Silber und zum Teil auch Blau und Türkis war dagegen in den Einzelhandelsgärtnereien gefragt. Der Trend geht zu individuellen, handwerklich gefertigten Stücken, die deutlich im Gegensatz zu vorgefertigter Ware vieler großer Anbieter steht. Unterstützt wird dieser Trend, wenn Floristen während der Adventszeit Werkstücke vor den Augen der Kunden fertigen. Entscheidend ist die Stimmung, die während der Adventszeit in der Einzelhandelsgärtnerei rübergebracht wird.

Der Absatz von Poinsettien begann schleppend und wurde erst in der Woche vor dem ersten Advent besser. Im Fachhandel wird der Poinsettienverkauf immer problematischer unter anderem auch wegen des Überangebots im Lebensmitteleinzelhandel und in Baumärkten. Besonders gut gingen kleine (zum Beispiel Eintrieber) und mittlere Größen, während größere Pflanzen (Büsche, Stämmchen) überwiegend von Firmenkunden gekauft wurden. Gut liefen auch als Geschenk veredelte Poinsettien (etwa mit Kugeln oder „Engelshaar“). Für manche Einzelhandelsgärtnereien ist der Poinsettienzukauf für das Weihnachtsgeschäft schwierig, da viele Produktionsbetriebe bis Mitte Dezember räumen, obwohl der Fachhandel noch kurzfristig Poinsettien für Weihnachten benötigt.

Helleborus haben inzwischen einen festen Platz im adventlichen Sortiment – ein großes Mengenangebot erhöht jedoch den Preisdruck, so dass es schwierig ist, für hochwertige Sorten die notwendigen Preise durchzusetzen. Dekorierte Outdoorpflanzen wie Kleingehölze (Abies, Buxus, Juniperus, Picea glauca, Pinus mugo) fehlten in vielen Betrieben, obwohl hier noch Potenzial besteht.

In diesem Jahr war ein stärkerer Trend zu regionalen Produkten festzustellen. Mehr Einzelhandelsgärtnereien weisen auf die Produktion in der Region oder auf die Eigenproduktion hin und verknüpfen dies mit Hinweisen auf den Nützlingseinsatz bei Poinsettien, um die nachhaltige Produktion zu unterstreichen. (kst)