Grüne Branche

Adventskranz – oft eine „tickende Zeitbombe“

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„Kerzen sind die neuen Gurken“, „Neuer Regulierungs-Irrsinn aus Brüssel“ – so und ähnlich spottete in den vergangenen Wochen die Tagespresse angesichts der neuen sogenannten „Kerzenverordnung“. Auslöser ist das EU- Dokument D (2015) 025025/08, das die EU-Kommission Ende Oktober den europäischen Regierungen sowie dem Europaparlament zur Genehmigung übermittelt hat.

Selbstlöschende Kerzen auf dem Adventskranz sorgen für zusätzliche Sicherheit. Foto: Gütegemeinschaft Kerzen

Das Dokument ist an sich nicht neu, sondern wurde bereits vor drei Jahren auf den Weg gebracht. Die EU-Kommission will es nun aber offenbar zum Abschluss bringen.

Tödliches Brandunglück durch Adventskranz forciert Diskussion

Forciert wurde die Diskussion um dieses Thema schon Anfang des Jahres durch ein tragisches Brandunglück durch einen Adventskranz, das zwei Kindern einer neunköpfigen Familie den Tod gebracht hat und in den Medien hochgekocht war. Danach war sogar darüber diskutiert worden, das Verwenden selbstlöschender Kerzen verbindlich einzuführen.

So hart wird es nun aber nicht kommen, wie Stefan Thomann, Geschäftsführer des Dachverbandes European Candle Association (Stuttgart), beruhigt. Es sei sehr erfreulich, dass es innerhalb der EU nun geschafft wurde, in jahrelangen Gremiendiskussionen einen Kompromiss zu finden, hinter dem nicht nur (fast) alle EU-Länder, sondern auch die Industrie steht.

Kerzen: neue EU-Norm voraussichtlich ab 2019

Diese nun EU-weit einvernehmlich festgelegten Anforderungen werden in Form von Normen voraussichtlich in drei Jahren, also 2019, EU-weit gelten. Einiges wird dann auch für deutsche Anbieter neu dazu kommen – auch, wenn in Deutschland vieles schon durch das Produktsicherheitsgesetz geregelt ist. „Manches wird strenger, und das ist auch gut so“, sagt Thomann. Denn einiges, was derzeit auf dem Markt verkauft würde, gleiche vielfach einer tickenden Zeitbombe.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der aktuellen TASPO 49/2015.