Grüne Branche

Äpfel genießen trotz Allergie

Geschätzte zwei bis vier Millionen Bundesbürger reagieren beim Biss in einen Apfel allergisch – Tendenz zunehmend. Äpfel gehören in Deutschland somit zu den wichtigsten Trägern von Nahrungsmittelallergenen, teilt die Hochschule Ostwestfalen-Lippe (OWL) mit.

Neben Reifegrad, Verarbeitung und Zubereitung hat auch die Apfelsorte einen großen Einfluss auf das allergische Potenzial. Vor allem neu gezüchtete Sorten lösen verstärkt Unverträglichkeitsreaktionen aus, während alte Apfelsorten für Allergiker besonders geeignet sind.

Thomas Bernert, Student der Lebensmitteltechnologie an der Hochschule OWL, konnte in seiner Bachelorarbeit nun den möglichen Grund hierfür nachweisen: Die Stoffgruppe der Polyphenole – aromatische Verbindungen, die in neuen Apfelzüchtungen reduziert wurden – hat Auswirkungen auf die bessere Verträglichkeit traditioneller Sorten. „Polyphenole können das eigentliche Apfelallergen inaktivieren und somit verhindern, dass die allergieauslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden“, resümiert Prof. Jürgen Zapp vom Institut für Lebensmitteltechnologie NRW (ILT-NRW) an der Hochschule OWL, der die Abschlussarbeit betreut hat.

Meldungen zur Verträglichkeit beziehungsweise Unverträglichkeit von Apfelsorten werden von der Lemgoer Ortsgruppe des BUND bereits seit einigen Jahren in einer im Internet frei zugänglichen Datenbank registriert. Willi Hennebrüder von der Lemgoer BUND-Gruppe ist erfreut, dass die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Polyphenolgehalten die Verträglichkeitsangaben der Allergiedatenbank weitgehend bestätigen und dass sich die Datenbank als echte Hilfe für Apfelallergiker herausstellt.

Weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie in Ausgabe 11/ 2012 Deutsche Baumschule.