Grüne Branche

Ärger über Billigimporte von Weihnachtsbäumen in der Schweiz

Großen Wirbel gab es um die Vermarktungsaktivitäten von Weihnachtsbäumen der erzeugernahen Schweizer Genossenschaft Landi AG. Die Interessengemeinschaft der Schweizer Christbaumanbauer (IG Suisse) hatte Kritik an den "Billigimporten" der Landi während der Verkaufssaison 2010 in die Medien getragen. Unser Rückblick:

Da die Eigenversorgung der Eidgenossen mit Christbäumen bei nur 40 Prozent liegt (350.000 Bäume), müssen Nordmanntannen mehrheitlich importiert werden. Die Landi AG bezog daher von ihrem Lieferanten Novaflor Landgard Bäume, die dieser zu sehr guten Kursen aus Dänemark und Deutschland importierte.

Landi gab diese niedrigen Preise an die Endverbraucher weiter und war damit konkurrenzlos billig. Dänische Aktionsbäume der Größenordnung 100 bis 160 Zentimeter kosteten bei Landi vorübergehend 19,90 Schweizer Franken (15,50 Euro), noch weniger als bei Coop und Migros. Der allgemein übliche Preis lag jedoch bei umgerechnet 19,40 Euro.

Diese „Spottpreise“ verärgerten die Schweizer Christbaumproduzenten massiv, weil sie mit ihren eigenproduzierten Bäumen viel höhere Margen erzielen müssten, um auf ihre Kosten zu kommen. Eine heimische Schweizer Nordmanntanne kostete pro laufenden Meter daher teilweise fast doppelt so viel wie bei der Landi AG. Zum Glück für die Schweizer Anbauer legen die Schweizer Verbraucher Wert auf einheimische Ware und seien bereit, höhere Preise für einen entsprechenden Christbaum zu zahlen.

Was die Mitglieder der IG Suisse besonders ärgerte: Die Landi AG hat ihren Ursprung in einer landwirtschaftlichen Genossenschaft und stehe ansonsten für einheimische Qualitätsprodukte und zu deren Erzeugern. Deswegen könne es nicht angehen, dass die Landi den einheimischen Produzenten mit Billigimporten und Lockvogelangeboten Konkurrenz mache und die Bäume über ihr engmaschiges Filialnetz in der Fläche verteile. Schon seit Jahren kämpfen vor allem die Schweizerischen Nebenerwerbsbetriebe mit stagnierenden, schlimmer noch rückläufigen Preisen, die sie zur Aufgabe ihrer Christbaumkulturen zwängen, was letztlich auch die Eigenversorgung des Landes weiter verschlechtere.

 

Die Landi Schweiz AG hielt sich zu den Vorwürfen bedeckt beziehungsweise sprach von seriös kalkulierten Margen, und dass es nicht Aufgabe der Landi, sei Produkte künstlich zu verteuern. Bleibt abzuwarten, wie sich die Genossenschaft in der kommenden Saison verhält. Die Landi Schweiz AG mit Sitz in Dotzigen ist eine Handels- und Dienstleistungsgesellschaft, die gesamtschweizerisch in Non-Food und in Teilbereichen Food und Landwirtschaft tätig ist.

Als Dienstleistungsgesellschaft der Fenaco sowie des Landverbandes St. Gallen (LV) und Genossenschaftsverbandes Schaffhausen (GVS) betreut und beliefert die Landi Schweiz AG die Landi-Verkaufsstellen in der ganzen Schweiz. Mehr Informationen im Internet unter: www.landischweiz.ch