Grüne Branche

Aeternitas: Bestattung per Mausklick vs. persönliche Beratung

Nicht nur die Buchung einer Reise oder Bankgeschäfte werden immer häufiger via Internet abgewickelt, auch Bestattungen können bei einigen Anbietern inzwischen komplett online gebucht, zumindest aber vermittelt werden. Christoph Keldenich, neuer Erster Vorsitzender der Verbraucherinitiative Aeternitas, stellt den neuen Trend im Internet zur Diskussion. 

Christoph Keldenich. Foto: Aeternitas

Christoph Keldenich wurde bei der Mitgliedervertreterversammlung der Verbraucherinitiative Aeternitas Ende Mai zum Ersten Vorsitzenden und Nachfolger des in den Ruhestand verabschiedeten Hermann Weber gewählt. Der 36-jährige Rechtsanwalt ist seit 2008 als Fachmann für Bestattungsrecht bei Aeternitas tätig, zuletzt auch als Geschäftsführer.

Auf der Aeternitas-Website stellte Keldenich aktuell das Thema Onlinebestattung zur Diskussion. Vor allem der günstige Preis rege zum Verzicht auf das Beratungsgespräch an. Kunden, die solche Internetangebote in Anspruch nehmen, würden jedoch eventuell den Wert eines Beratungsgesprächs unterschätzen, vermutet Keldenich. Gerade bei noch unklaren Wünschen für eine Bestattung seien Beratungsgespräche für die Betroffenen hilfreich, so seine Erfahrung.

Andererseits würden manche Bestatterkunden zu Recht bemängeln, dass der individuelle und persönliche Aspekt bei der Beratung fehle. „Hier muss die kritische Nachfrage erlaubt sein, inwieweit dies dann die Mehrkosten gegenüber einem Onlineanbieter rechtfertigt“, so Keldenich. Hingegen könne „ein sehr gut informierter Kunde, der sich bereits über die detaillierten Wünsche zur Bestattung klar ist“ laut Keldenich mit einer online gebuchten Bestattung ohne Beratung unter Umständen glücklich werden. Der Großteil der Betroffenen sollte aber nicht voreilig auf ein Beratungsgespräch verzichten. (ts/ae)