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Aeternitas: Gebührensatzungen von Friedhöfen überfordern Laien und Experten

Die Gebührensatzungen der deutschen Friedhöfe sind für den Normalbürger häufig unverständlich, kritisiert die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. Verwirrend seien die Vielzahl verschiedener Gebühren sowie unklar formulierte Details. Wichtige Informationen würden hingegen mitunter fehlen. Dabei sollten Kommunen ihre Friedhofsgebühren im Sinne der Bürger klar und verständlich darlegen, so Aeternitas. 

Eine Bestattung kostet Geld, doch wie viel? Das fragen sich laut Aeternitas viele Bürger beim Blick auf die Gebührensatzungen deutscher Friedhöfe. Foto: Aeternitas

Anhand der kaum verständlichen Gebührensatzungen deutscher Friedhöfe falle es selbst Experten zum Teil schwer, die Gesamtkosten für eine bestimmte Grabart zu ermitteln. Der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich fordert die Kommunen deshalb auf, ihre Friedhofsgebühren klarer zu strukturieren und übersichtlicher darzustellen – entweder in den Gebührensatzungen selbst oder zumindest in Form von Übersichten.

Als Beispiel nennt Aeternitas unter anderem die Bremer Gebührenordnung, die als Gebühr für manche Grabarten nur Prozentsätze nenne, die mit dem Verweis auf andere Gebührenpositionen dazu gerechnet oder von ihnen abgezogen werden müssen. Das Gebührenverzeichnis der Stadt Stuttgart gebe als Gebühr für „Beisetzen, Ausgraben, Umbetten. Aufbewahren, Versand von Urnen je nach Leistung“ den Betrag „55 bis 500“ Euro an. „Wie soll der Bürger hier erkennen, was er zahlen muss?“, fragt Keldenich.

In Kassel könne der Bürger die Vielzahl an möglichen Varianten kaum überblicken. Die Kosten für Trauerfeiern bei Urnenbestattungen und für die Urnenbestattungen selbst seien davon abhängig, ob der Leichnam im Krematorium Kassel oder einem anderen Krematorium eingeäschert wurde. Gleichzeitig hänge die Gebühr für die Trauerfeier wiederum auch vom Bestattungsort ab. Für Kassel gelten hierbei günstigere Tarife.

Bürgernäher und verständlicher mache es die Stadt Bonn. Zwar seien hier die Grabnutzungsgebühren unübersichtlich in jährlichen Einheiten angegeben, doch die Gebührenordnung enthalte in einer Anlage eine Übersichtstabelle mit den einzelnen Friedhöfen, Grabarten und Ruhefristen und den entsprechenden Kosten. Auch Saarbrücken biete im Internet als Hilfe für sein besonders umfassendes Gebührenverzeichnis Übersichtstabellen mit den verschiedenen Grabarten, den anfallenden Einzelgebühren und den jeweiligen Gesamtkosten an.

Aeternitas betreibt unter anderem eine Online-Gebührendatenbank mit knapp 1.000 Städten und hat in den vergangenen Jahren zusammen mit dem Bund der Steuerzahler verschiedene Gebührenstudien veröffentlicht. (ts/ae)