Grüne Branche

Afrikanische Schweinepest: Virus-Einschleppung durch Saisonarbeiter vorbeugen

Die für Haus- und Wildschweine hochansteckende Afrikanische Schweinepest (ASP) ist über Russland und Weißrussland nun auch nach Litauen und Polen vorgedrungen und rückt somit näher an Deutschland und die Mitte der EU heran. Nach Ansicht des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) erhöht die beginnende Spargelsaison die Gefahr der Virus-Einschleppung über schweinefleischhaltige Lebensmittel, die von Saisonarbeitskräften mitgebracht werden. 

Die Afrikanische Schweinepest ist für Wild- und Hausschweine hochansteckend. Foto: Karin Jähne/Fotolia.com

Um sicherzustellen, dass die Tierseuche nicht mit Erntehelfern eingeschleppt wird, die etwa zum Spargelstechen wieder verstärkt anreisen, haben einige Kommunen, der DRV und die Task Force Tierseuchenbekämpfung Baden-Württemberg jetzt Hinweise und Merkblätter zum Thema herausgegeben.

Wie die Task Force Tierseuchenbekämpfung Baden-Württemberg erläutert, gibt es gegen die für Menschen ungefährliche Tierseuche ASP keinen Impfstoff, und es sei wichtig, den Eintrag des Virus in Hausschwein- oder Wildschweinbeständen zu verhindern. Um dies sicherzustellen, seien auch Saisonkräfte über das Einhalten von Hygienemaßnahmen zu unterweisen.

Außerhalb der Tierhaltung, wo besondere Hygienemaßnahmen ergriffen werden sollten, ist das Wegwerfen von mitgebrachten Speiseresten beispielsweise in der Nähe von Wald- oder an Verkehrswegen die größte Gefahr. Wie die Einrichtung weiter ausführt, sollten vor allem Arbeitskräfte aus Polen, Litauen und der Russischen Föderation keine Lebensmittel tierischen Ursprunges, die den ASP-Erreger enthalten können (Rohwursterzeugnisse, roher Schinken, rohes Fleisch – auch tiefgekühlt) aus ihren Heimatländern mitbringen. Schweinefleisch-haltige Speiseabfälle gelte es, in geschlossenen Müllbehältern zu entsorgen, sodass sie nicht in Berührung mit Haus- oder Wildschweinen kommen können.

Der DRV hat wegen der Einschleppungsgefahr Informationen für ausländische Saisonarbeiter in verschiedenen Sprachen verschickt. Die Merkblätter, die Sie untenstehend downloaden können, richten sich an Schweinehalter und Beschäftigte in anderen landwirtschaftlichen Sparten.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium bittet auf seiner Startseite in der Rubrik „Im Fokus“ um Wachsamkeit und Vorbeugung wegen der Tierseuche ASP. Zu finden sind dort auch Antworten zu häufigen Fragen und ein Handzettel des Ministeriums in deutscher, polnischer, rumänischer und russischer Sprache. Dieser findet sich laut DRV inzwischen auch an Autobahnrastplätzen und fordert dazu auf, Lebensmittelreste nur in verschlossene Müllbehälter zu werfen. (hlw)