Grüne Branche

Allergiefreier Wassersellerie gewinnt Green Challenge

, erstellt von

Innovative Produkte oder Dienstleistungen für den Gartenbau waren in diesem Jahr im Rennen für die „Green Challenge“. Überzeugen konnte am Ende das Projekt „Sadenia“ der HU Berlin mit allergiefreiem Wassersellerie in einer speziellen Hydroponik-Technologie.

Sieger bei der Green Challenge – das Sadenina-Team der Humboldt-Universität zu Berlin (v. l.): Dr. Inga Mewis (Betreuung), Winston Beck, Sören Krempler, Konradin Feierabend, Cayes Walker und Dr. Dennis Dannehl (Betreuung). Foto: FG Biosystemtechnik

Papier aus Abfällen des Tomaten-Anbaus mit im Wettbewerb

In dem bereits seit mehreren Jahren durchgeführten und mit 2.000 Euro dotierten Wettbewerb Green Challenge waren in diesem Jahr Gruppen junger Studierender und Wissenschaftler nominiert, die sich mit der Vermittlung eines positiv belegten Images der Gartenbau-Wissenschaft in der Gesellschaft beschäftigten oder ein spezielles Verfahren zur Herstellung von Papier aus Abfällen des Tomaten-Anbaus vorstellten.

Gewonnen hat den Preis eine Gruppe von der lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität (HU) Berlin, Fachgebiete Biosystemtechnik und Urbane Ökophysiologie der Pflanzen, bestehend aus Winston Beck, Konradin Feierabend, Sören Krempler und Casey Walker, die von Dr. Dennis Dannehl und Dr. Inga Mewis betreut wurden.

Wassersellerie mit Potenzial für züchterische Nutzung

Unter dem Titel „Sadenina – Allergiefreier Röhrenwassersellerie“ stellten sie eine Produktionslinie für Wassersellerie frei von Allergenen in einer speziellen Hydroponik-Technologie vor.

Beim Wassersellerie (Apium nodiflorum) handelt es sich um eine vergessene, gefährdete und nah mit Kultursellerie verwandte Wildpflanze. Wie die Gruppe in ihrer Zusammenfassung ausführt, hat sie großes genetisches Potenzial für die Nutzung zur züchterischen Verbesserung des Selleries und als neue Kulturpflanze für die Allgemeinheit.

„Unser Ziel war die Inkulturnahme von Wassersellerie im Gewächshaus als neues vermarktungsfähiges Produkt“, führen die jungen Wissenschaftler aus.

Kultur in neuartigem NFT-Aeroponik-Hybridsystem

Da Wassersellerie in der Natur in Gräben und Bächen vorkommt, wurden in ihrem Projekt „Sadenia“ verschiedene fließende hydroponische Anbausysteme getestet. Gewählt wurde eine Population aus Deutschland, von der Tochterpflanzen in Töpfen mit Substrat parallel in zwei Anbausystemen kultiviert wurden. Dies waren ein NFT-Rinnensystem mit Leitungswasser und zum anderen ein neuartiges NFT-Aeroponik-Hybridsystem, versehen mit einer Standardlösung für Tomaten.

Nach drei Wochen Kultivierung stellte die Gruppe bei Frischgewicht und Pflanzenhöhe zwar keine signifikanten Unterschiede fest, bei den prozentualen Trockengewichten aber signifikant höhere Werte in dem Hybridsystem. Des Weiteren konnten sie das Apig 1-Gen vom Kultursellerie, bei dem das korrespondierende Protein schwere allergische Reaktionen auslösen kann, in Wassersellerie nicht nachweisen.

Bisher ist Wassersellerie für den Konsumenten nicht erhältlich, aber aufgrund der vielen positiven Eigenschaften – wie etwa schnelles Wachstum, geringe Ansprüche und positive gesundheitliche Wirkung – ist nach Ansicht der Projektbeteiligten eine Inkulturnahme von Interesse.