Grüne Branche

Allerheiligen im Familienkreis

Mit viel Initiative gelang auf einem Duisburger Friedhof eine ganz besondere Allerheiligen-Aktion für Jung und Alt. Eine Aktion die nachhaltig beeindruckte und den Friedhof als Ort der Begegnung stärkt.

Mit Inbrunst bemalten 250 Kinder im Vorfeld ihre Grablichter. Foto: Anja Qayyum-Kocks

„Halloween war gestern, heute feiern wir Allerheiligen.“ Unter diesem Motto luden die Freunde des Friedhofs Trompet (Verein in Gründung) die ortsansässigen Kindergärten zum Kindergottesdienst am Allerheiligentag auf den Friedhof ein. Der Erfolg war beeindruckend: Eine Friedhofskapelle, erleuchtet von Kerzen, 25 Kinder mit ihren Eltern und Großeltern – weit mehr noch draußen auf dem Vorplatz, denn in der Kapelle ist nur für 100 Menschen Platz.

Eintauchen ins Lichtermeer

Spannend erzählt wurden Geschichten vom Leben, der Zeit vor der Geburt und nach dem Tod. Spätestens, als eine junge Friedhofsgärtnerkollegin ihre Version des Halleluja anstimmte, waren alle gefangen. Und dann trugen die Kinder stolz ihre bunt bemalten Kerzen zu den Gräbern und tauchten den Friedhof in ein warmes Lichtermeer. Die Stimmung war heiter und gelöst. Und auch die normalen Friedhofsbesucher ließen sich auf das bunte Treiben ein. Kein böses Wort, kein „die Kinder sind zu laut“ – nein: Allerheiligen als Familienfest zu erleben, daran erfreuten sich alle.

Als die Idee geboren wurde, schlug den Initiatoren, Anja Qayyum-Kocks, Fachschullehrerin am Gartenbauzentrum Essen, und Manfred Freuken, Inhaber der Duisburger Friedhofsgärtnerei Freuken, reichlich Skepsis entgegen: „Da kommt keiner. Die Friedhofsbesucher fühlen sich gestört …“ – so reagierte manch einer, dem das Team von seiner Idee erzählte. Aber das Team hatte den Standpunkt: Der Friedhof als Ort muss gestärkt, von den Menschen wieder angenommen werden. „Dies geschieht nur, wenn er ihrem Bedarf entspricht“, sind die Initiatoren überzeugt. Und dieser Bedarf hat sich eben gewandelt.
Das Team begann also trotzdem mit der Planung. Und wenn man erstmal 750 Grablichter vor sich stehen hat, die bemalt werden wollen, dann lassen sich auch Kindergärtnerinnen überzeugen. Mehr dazu in der Januar-Ausgabe der Friedhofskultur auf Seite 18.