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Alles im Blick mit Drohnen für den Pflanzenbau

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Drohnen sorgen für den Einsatz modernster Technik auf dem Feld. Aus der Vogelperspektive liefern die sogenannten umbenannten Fluggeräte hochauflösende Fotos und Daten zum Zustand der Anbauflächen und den darauf angebauten Kulturen. Durch ihren Einsatz können sie zu einem optimalen Pflanzenbau beitragen.

Mit moderner Drohnen-Technik können der Anbau und die Überwachung von Kulturen künftig vereinfacht und optimiert werden. Foto: LWK Niedersachsen

Informationen zur Anbauplanung mit Hilfe von Drohnen

Die in der Luft verwendeten Fluggeräte liefern hochauflösende Aufnahmen, welche Rückschlüsse auf den Anbau beispielsweise durch die Dichte und die Farbe des Bestandes zulassen sowie Aussagen zur Bodengüte, Nährstoffversorgung der Pflanzen oder auch Trockenschäden und Bodenverdichtungen.

„Diese Daten sind sonst nur schwer und mit hohem Aufwand zu bekommen“, erklärt Jan Oehlschläger von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Er setzt Drohnen regelmäßig in seinen Experimenten ein. Auch die Folgen von Wetterextremen wie Starkregen, Hagel oder auch Wildschäden durch Wildschweine in Mais lassen sich durch den Einsatz von Drohnen-Technik zuverlässiger beurteilen.

Um weitere, spezifischere Informationen zu erhalten, kann die Drohne entsprechend ihrer Aufgabe technisch ausgerüstet werden. Um die Kulturfläche zum Beispiel vor Tieren zu schützen, wird sie mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Zudem ermöglicht ihr Einsatz vor dem Häckseln eines Maisbestandes oder dem Mähen von Grünland die Sichtung von Tieren, die in den Beständen Schutz suchen. „So können zum Beispiel Rehkitze oder auch Vogelnester vor dem Einsatz der Erntemaschinen in Sicherheit gebracht werden“, erklärt der Kammerfachmann.

Zubehör und Ausstattung variiert

Durch eine Aufrüstung mit bildgebenden Spektralsensoren lassen sich zudem die ermittelten Daten anschließend mit einer speziellen Software auswerten und Rückschlüsse auf den Pflanzenschutz und die Düngung ziehen. Hier bilden laut Oehlschläger Schlepper und Drohnen eine Einheit für den Anbau der Zukunft.

Die Informationen werden aus der Luft unmittelbar an einen Traktor übermittelt, wo ein Computer die Daten im Hinblick auf optimale Befehle für die Anbaugeräte wie zum Beispiel die Pflanzenschutzspritze oder den Düngerstreuer auswertet und weiterleitet. Mit der Vorgehensweise wird eine genaue und teilflächenscharfe Dosierung von Betriebsmitteln ermöglicht. „Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie des Landwirts“, ergänzt Oehlschläger.

Zu beachten sind bei der Verwendung der Drohnen-Technik die rechtlichen Rahmenbedingungen. So sei unter anderem zu berücksichtigen, dass die seit April 2017 geltende Drohnenverordnung unter anderem Sicherheitsabstände zu bestimmten Objekten, Kennzeichnungspflichten sowie Kenntnisnachweise in Form eines Drohnenführerscheins und Erlaubnispflichten beinhaltet.

Zuverlässige und unabhängige Daten

Um Informationen über ihre Flächen einzuholen, nutzen Landwirte heute häufig Kartendienste wie Google Earth, Google Maps, oder Bing Maps. Die genannten Dienste beziehen ihre Daten jedoch über Satelliten oder flugzeuggetragene Systeme, welche nur bei wolkenlosem Himmel funktionieren und zudem ihre Bilder in einer nur geringen Auflösung bereitstellen. Drohnen können dagegen wetterunabhängig eingesetzt werden und liefern aufgrund ihrer niedrigeren Flughöhe schärfere Bilder für das Treffen verlässlicher Aussagen.

Die unterschiedlichen Bauarten der Drohnen mit zahlreichem entsprechendem Zubehör ermöglichen die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. Eine frühzeitige Erkennung von Krankheiten befindet sich derzeit noch im Forschungsstadium. „Wenn diese Technik praxisreif ist, sind wir ganz nah dran am optimalen Pflanzenbau“, so Oehlschläger.