Grüne Branche

An der nächsten beruflichen Kreuzung richtig abbiegen

Das Leben geht doch manchmal seltsame Wege, und ein Umweg stellt sich im Nachhinein oft als glückliche Fügung heraus. Bei der Planung des beruflichen Werdegangs stehen einem fast alle Wege offen, so vielfältig und flexibel präsentiert sich mittlerweile unser Bildungssystem. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist sicherlich das seit Juli 2010 reformierte Hochschulgesetz, welches Meistern und Absolventen gleichwertiger beruflicher Fortbildungen den allgemeinen Zugang zu den Hochschulen öffnet und zwar fachlich völlig ungebunden.

Prof. Dr. Andreas Bettin. Foto: Privat

Theoretisch könnte nun sogar ein Meister aus dem Garten- und Landschaftsbau ein Medizinstudium beginnen. Einzige zusätzliche Voraussetzung hierfür ist, im verpflichtenden Beratungsgespräch die Hochschule von der persönlichen Machbarkeit zu überzeugen. Viel näher liegen bei diesem beruflichen Wissensstand natürlich Studiengänge wie Landschaftsarchitektur, Arboristik, Agrarwissenschaften, Forstwissenschaften oder Betriebswirtschaft.

Da die Prüfung aller Zulassungsvoraussetzungen in der Hand der Hochschulen liegt und auch hier das Beratungsgespräch durchgeführt wird, ist es sehr wichtig, sich rechtzeitig über die Anerkennung der Fortbildung zu informieren, damit keine Bewerbungsfristen verpasst werden. Es ist auch nur ein Beratungsgespräch nötig, da sich die Hochschulen auf die gegenseitige Anerkennung der Bescheinigung geeinigt haben.

Eine fachgebundene Zugangsberechtigung erreichen beruflich Qualifizierte mit in der Regel dreijähriger Berufserfahrung. In den meisten Bundesländern wird sie mit dem Bestehen einer Eignungsprüfung, genauer gesagt eines Eignungsfeststellungsverfahrens, in Form einer Hochschulzugangsprüfung oder eines Probestudiums erteilt. Gute Tipps, um an der nächsten beruflichen Kreuzung richtig abzubiegen, finden sich im Internet, zum Beispiel auf den Seiten von www.wege-ins-studium.de.

Dass diese theoretische Machbarkeit durchaus auch praxistauglich ist, wird in der aktuellen TASPO Ausgabe 51/2012 an persönlichen Karrieren und Werdegängen geschildert.

„Studenten, die bereits in betrieblicher Verantwortung gestanden haben, sind persönlich oftmals weiterentwickelt als Abiturienten“, meint Prof. Dr. Andreas Bettin. (ts)