Grüne Branche

Andacht unter freiem Himmel

Auf dem Friedhof Blankenese ist ein besonderer Ort entstanden, der die Bezeichnung „Andacht unter freiem Himmel“ trägt: Unter der schönsten und größten Eiche des Friedhofes, die ihre Krone wie ein Kathedralendach wölbt, sind drei verschieden große Steinzylinder zu ein Altarensemble aufgestellt. Jeder der drei Steinzylinder trägt ein Wort – ewig – endlich – sein. Davor laden steinerne Sitzgelegenheiten zum Verweilen, Ausruhen, Meditieren ein. 

Die steinernen Sitzgelegenheiten vor den Steinzylindern laden zum Verweilen, Ausruhen oder Meditieren ein. Foto: Drechsler

Bei der Entstehung dieses Ortes sind drei unterschiedliche Wünsche zusammengeflossen: Die Friedhofsverwaltung ist bestrebt, außerhalb der Bestattungsflächen besondere Orte auf dem Friedhof zu gestalten, die Menschen in verschiedenen Lebenssituationen ansprechen wollen, nicht nur in der Phase der Trauer. „Andacht unter freiem Himmel“ ist ein solcher Ort. Auf dem Friedhof Blankenese gibt es viele Veranstaltungen, die sich mit der Natur, mit der Schöpfung Gottes befassen. Bei der „Andacht unter freiem Himmel“ kann man das auf ganz besondere Weise tun.
Es gab häufiger Anfragen, kleinere Trauerfeiern im Freien abhalten zu können. Das Altarensemble „Andacht unter freiem Himmel“ bietet den würdigen Rahmen dafür.

Eine weitere möglich Nutzung des Ortes ergibt sich aus einer Besonderheit des kleinsten Altarsteines: dort ist eine kleine Mulde eingefräst, die sich bei Regen mit Wasser füllt und als Vogeltränke dienen mag. Sie kann aber auch als Taufbecken genutzt werden. Taufen auf einem Friedhof sind an sich nicht üblich, auf dem Friedhof Blankenese aber auch nicht fremd: Als die Friedhofskapelle gebaut wurde (lange nach Errichtung des Friedhofes), diente sie viele Jahrzehnte der umliegende Gemeinde als Gemeindekirche. Neben Trauerfeiern fanden dort auch Konfirmationen, Trauungen und natürlich auch Taufen statt. Dies macht für uns auf ganz besondere Wiese deutlich, wie sehr Leben und Tod miteinander verwoben sind, wie eng die Gemeinschaft der Lebenden mit den Verstorbenen sein kann.

Der Hamburger Künstler Matthias Schmidt gestaltete das Altarensemble, das am 1.Oktober 2011 von Propst Horst Gorski feierlich eingeweiht wurde.

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