Grüne Branche

Anthurien auf Deutschlands teuerster Einkaufsmeile

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Die niederländischen Anthurien-Züchter hatten ihre schönsten und auffallendsten Schnittanthurien geliefert, Floristin Susanne Schmitt und ihr Blumenhaus am Hofgarten hatten sich um die kreative Idee und um die Realisierung gekümmert. Mitten in Düsseldorf sollte das Spektakel stattfinden, unübersehbar und eindrucksvoll sollte es sein.

Kö-Graben in allen Farben des Feuers

2.000 Stiele wurden in der Nacht zum vergangenen Samstag sorgfältig vorbereitet und morgens um sechs Uhr auf die Königsallee in Düsseldorf gebracht. Drei Stunden brauchten vier Floristen und Floristinnen, um eine Brücke über den Kö-Graben vor dem historischen Tritonenbrunnen in eine beeindruckende Installation in allen Farben des Feuers zu verwandeln.

Als um halb neun die ersten Geschäftsinhaber und Angestellten die Brücke passierten, stand ein Anthurien-Band über die ganze Brückenlänge. In den historischen, hohen Gefäßen – vor und nach der Aktion mit schlichten roten Geranien bepflanzt – thronten symmetrisch Hunderte der edlen Blüten.

Zwar konnte jeder die Pflanzen identifizieren, dennoch mussten Tausende die Daumenprobe machen, und fühlen, ob es sich tatsächlich um echte Anthurien handelte. Fast atemlos standen die Menschen davor, zückten ihre Smartphones, fotografierten, machten Selfies. Dazu Kommentare von „sieht ja aus wie Chelsea“, „könnte auf der Documenta stehen“, „toll, was diese Stadt tut“, bis „sind die wirklich alle echt?“ und „wo kann ich die kaufen?“.

Installation zieht alle Blicke auf sich

Die Resonanz der Passanten war immens. Ob männlich oder weiblich, jung oder älter, Rucksack- oder Hermes-Handtaschenträger, in kurzen Hosen oder edlem Zwirn, Skater oder E-Bike-Fahrer – die Anthurien-Installation zog die Aufmerksamkeit aller auf sich.

Das Glück war mit den Spendern und den Organisatoren. Das Wetter war wonnig, das Frankreich-Fest an der Rheinpromenade spülte zusätzliche tausende Touristen in die Stadt. Die anliegenden Edelgeschäfte wurden motivierend mit weißen Topfanthurien beschenkt und schickten zum Dank ihre Kunden auf die Kö-Brücke.

Am späten Nachmittag wurden alle Blumen verschenkt – in zehn Minuten war nur noch der schwarze Steckschaum übrig. Jede Blüte fand ein neues Zuhause und die Anthurien viele neue Freunde.

Anthurien-Begeisterung verbreitet sich via Facebook und Co.

Die Kommunikation zum Ereignis war Social-Media-basiert. Morgens um acht ging die erste Botschaft über die sozialen Netzwerke, ein Handy-Videofilm verbreitete sich rasend schnell und hatte bereits am Nachmittag mehrere tausend Aufrufe. Die Begeisterung teilte sich über Instagram, Facebook und Snapchat mit vielen Hashtags weit über die Grenzen von Düsseldorf hinaus, so die Organisatoren.