Grüne Branche

April, April: keine Forstpflanzen via Drohne

Gestern haben wir Ihnen ein innovatives Logistikkonzept für forstliches Vermehrungsgut vorgestellt – die Einzelpflanzenlieferung per Drohne, entwickelt von den Deutschen Forstbaumschulen in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Flugbaumschulen (VDF). Das war natürlich ein Aprilscherz, allerdings mit ernstem Hintergrund.

Aprilscherz mit ernstem Hintergrund: Die Einzellieferung von Forstpflanzen via Drohne. Screenshot

Mit der im Video gezeigten Einzelpflanzenlieferung per Drohne will der VDF auf eine für die Betriebe prekäre Entwicklung der vergangenen Jahre aufmerksam machen: Der Kunde plant immer kurzfristiger, die abgerufenen Mengen werden immer kleiner und stehen nicht mehr im Verhältnis zu Transport und Abladestellen-Aufwand. Weil der Absatz stockt, müssen als Konsequenz laut VDF jedes Jahr zweistellige Millionenzahlen an Pflanzen vernichtet werden.

Deutsche Forstbaumschulen produzieren jedes Jahr über 250 Millionen Forstpflanzen

Über 250 Millionen Forstpflanzen produzieren die 100 im VDF organisierten Deutschen Forstbaumschulen den Angaben zufolge jedes Jahr, dazu viele Millionen Feldgehölze. Die überwiegend mittelständischen Familienbetriebe versorgen den deutschen Wald im Frühjahr und im Herbst in jeweils nur sehr kurzen Pflanzperioden mit allen heimischen und zugelassenen Baumarten.

Bevor diese Pflanzen jedoch der Neuwaldbildung, Wiederbewaldung, Baumartenmischung oder Waldstabilisierung dienen können, muss das forstliche Vermehrungsgut bis zu vier Jahre heranwachsen. Zudem ist Saat nur alle paar Jahre zu ernten und das Saatgut nicht lange haltbar, weshalb jede gute Pflanze zur Pflanzung wertvoll ist.

Ernster Appell mit überspitztem Drohnen-Video

Vor diesem Hintergrund will der VDF anhand des überspitzten Aprilscherz-Videos an die Kunden der Forstbaumschulen appellieren, mit ihren Lieferanten fair und nachhaltig umzugehen. Denn so der VDF: „Im Wald ist Deutschland weltweit Meister, aber diese Nachhaltigkeit beginnt nicht am Waldrand, sondern bei denen, die den Wald pflegen und hegen: Das sind die Waldbesitzer und Forstleute – aber auch die Forstsamenernter und Forstbaumschulen.“ (db)