Grüne Branche

Arbeitsgruppe aus Experten prüft die weiteren Schritte zum Ausbau der Deutschen Genbank Zierpflanzen

Der Reichtum genetischer Ressourcen ist für eine nachhaltige Nutzung und pflanzliche Vielfalt bei Obst, Gemüse, Zierpflanzen und Gehölzen unabdingbar. Ihr Erhalt ist erklärtes Ziel der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt der Bundesregierung. Für den Bereich Zierpflanzen berieten rund 90 Experten am 24. und 25. November auf einem Symposium der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn über die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der genetischen Vielfalt.

Die Teilnehmer aus Wissenschaft, Verwaltung, Gartenbau, Pflanzenzüchtung, von botanischen Gärten, Verbänden und Liebhabergesellschaften diskutierten den weiteren Ausbau der Deutschen Genbank Zierpflanzen. "Unser gemeinsames Leitbild für den Gartenbau ist die innovative, nachhaltige Nutzung der pflanzlichen Vielfalt bei Gemüse, Obst und Zierpflanzen für unterschiedlichste Verwendungen. Dafür müssen wir eine breite genetische Basis erhalten", sagte Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Mit etwa 3.600 Gattungen, 18.000 Arten und 40.000 Sorten ist die Vielfalt der Zierpflanzensortimente (auch Stauden und Gehölze) in Deutschland enorm, so das BMELV. Ihre Erhaltung ist zu einem Großteil privaten Aktivitäten, sowohl dem Erwerbsgartenbau als auch den Sammlern und Liebhabern, zu verdanken. Die "Deutsche Genbank Zierpflanzen" ist daher als dezentrales Genbanknetzwerk organisiert, in dem wichtige deutsche Zierpflanzensammlungen zusammenarbeiten. Es wird durch das Informations- und Koordinationszentrum für biologische Vielfalt der BLE aufgebaut und koordiniert. Schwerpunkt der Tätigkeit sind dabei bislang Genbanken und gartenbauliche Netzwerke. Bisher gibt es eine Genbank für Rosen, koordiniert durch das Europa-Rosarium in Sangerhausen mit 8.300 verschiedenen Rosensorten und -arten in über 40 Rosenklassen. Im Aufbau befindet sich ein Genbanknetzwerk für Rhododendron mit rund 30 Partnern, koordiniert durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Bad Zwischenahn und den Rhododendronpark in Bremen, das im Mai 2010 an den Start gehen soll. Ein Ergebnis des Symposiums war, dass beim weiteren Ausbau der Deutschen Genbank Zierpflanzen angesichts der immensen genutzten Arten- und Sortenvielfalt Prioritäten festgelegt werden müssen.