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Aronstab zur Giftpflanze 2019 gekürt

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Für Weidevieh endete das Fressen seiner Blätter mitunter tödlich, Menschen kommen nach dessen Verzehr dagegen in der Regel mit brennenden Schmerzen im Mundraum davon: Die Rede ist vom Aronstab, der zur Giftpflanze des Jahres 2019 gewählt wurde.

Sämtliche Pflanzenteile des Aronstabs sind giftig. Foto: Pixabay

Kristalline Calciumoxalate führen zu Verletzungen im Mund

Verletzungen an der Zunge und in der Mundhöhle, ausgelöst durch unlösliche kristalline Calciumoxalate in der Pflanze, führen beim Verzehr selbst kleinster Mengen zu Schmerzen. Diese sollen den Betroffenen davon abhalten, größere Mengen des Aronstabs zu konsumieren, was Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall oder sogar ernste Gesundheitsschäden zur Folge hätte.

Das natürliche Warnsystem ist offenbar erfolgreich, denn bis dato ist in der einschlägigen Literatur kein einziger Fall dokumentiert, in dem eine Vergiftung durch den Aronstab für den Menschen tödlich geendet hätte. Weidevieh, das im Frühjahr vermehrt Aronstabblätter fraß, soll dagegen bereits mehrfach verendet sein, wie der Botanische Sondergarten Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres 2019 erklärt.

Alle Pflanzenteile des Aronstabs giftig

Giftig beim Aronstab sind sämtliche Pflanzenteile, die große Mengen Oxalat sowie flüchtige Scharfstoffe wie das bittere Saponin Aroin und das Alkaloid Coniin enthalten. Bei Kindern kommen besonders häufig Vergiftungen durch die angenehm süß schmeckenden, leuchtend orange-roten Beeren der Pflanze vor, heißt es. Beliebt sind die Früchte, die meist erst im Herbst zu sehen sind, darüber hinaus auch bei Tieren.

Besonders dekorativ präsentiert sich der Aronstab zur Blütezeit im Frühling, wenn bei der heimischen Art die Blätter der Pflanze wachsen. Der Italienische Aronstab dagegen entfaltet sich bereits Monate vor Blühbeginn ab Herbst und bis ins Frühjahr hinein in voller Pracht. Nach der Blüte ziehen allerdings beide Arten gleichermaßen ihre Blätter wieder ein.

Blauregen und Wandelröschen müssen sich geschlagen geben

Bei der Wahl zur Giftpflanze des Jahres 2019 konnte sich der Aronstab mit 447 Stimmen und einem Anteil von 24,3 Prozent gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Auf Platz zwei folgt mit 339 Stimmen/21,4 Prozent der Blauregen (Wisteria sinensis), den dritten Rang belegt das Wandelröschen (Lantana camara) mit 377 Stimmen beziehungsweise 20,5 Prozent.

Mit der Wahl zur Giftpflanze des Jahres, zu der der Botanische Sondergarten Wandsbek erstmals im November 2004 aufgerufen hatte, wollen die Initiatoren dazu anregen, sich mit der Giftwirkung dekorativer (Garten- und/oder Zimmer-)Pflanzen auseinander zu setzen.

Die Giftpflanzen des Jahres 2005 bis 2018

In den vergangenen Jahren gewannen folgende Giftpflanzen die Wahl:

  • 2005 – Eisenhut
  • 2006 – Pfaffenhütchen
  • 2007 – Fingerhut
  • 2008 – Herkulesstaude
  • 2009 – Tabak
  • 2010 – Herbstzeitlose 
  • 2011 – Eibe
  • 2012 – Goldregen
  • 2013 – Kirschlorbeer
  • 2014 – Maiglöckchen
  • 2015 – Rittersporn
  • 2016 – Schlafmützchen
  • 2017 – Tränendes Herz
  • 2018 – Rizinus