Grüne Branche

Auf Zeitreise in Kuba

Kuba mit seinen Kirchen und Friedhöfen im Kolonialstil ist eine Erholung für die Sinne. Auf der Karibik-Insel wird der Kaffee nicht unter blinkender Leuchtreklame getrunken, sondern frisch geröstet in kleinen Privat-Cafes. Feiertage werden mit Zigarrenrauch zelebriert.

Pilger am Grab von „La Milagrosa“ Amelia Goyri, die auf Kuba als Wundertätige verehrt wird. Foto: Seidel

Kuba zählt sicherlich zu den derzeit spannendsten Orten der Welt. Wer die Insel als Tourist besucht, fühlt sich in Anbetracht der Oldtimer und kolonialen Gebäude wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit. Anderseits wurden in dem sozialistischen Staat, dessen Geschicke seit Jahrzehnten von den Brüdern Castro und der „Kommunistischen Partei Cuba (PCC)“ bestimmt werden, in den zurückliegenden Jahren viele Veränderungen durchgeführt. Ein aktuelles Beispiel sind die Reisevereinfachungen. Seit dem 14. Januar 2013 ist an die Stelle der behördlich genehmigten „Tarjeta blanca“ – die Weiße Karte, die für jede Auslandsreise speziell beantragt werden musste – ein allgemein gültiger Reisepass getreten. Mit dieser lange ersehnten Reform wird die Liberalisierung des Einparteienstaates weiterhin vorangebracht.

Das Land öffnet sich

Während die Wirtschaftskrise in Landwirtschaft und Industrie weiterhin anhält, erfährt der Tourismus einen starken Aufschwung. Viele Kubaner sind neuerdings damit beschäftigt, sich als Reiseleiter, Restaurantbesitzer oder Taxifahrer selbstständig zu machen. Private Unterkünfte, die „Casa particulares“, dürfen an Touristen vermietet und seit kurzem als Eigentum erworben werden. Teilte sich früher die Bevölkerung in die Zucker- und Tabakbarone, denen Arbeiter und Sklaven gegenüberstanden, spalten sich die Menschen heute in diejenigen, die am Tourismus mitverdienen, und in diejenigen, die keine Möglichkeit haben, von den spendablen Ausländern zu profitieren. Die gesellschaftlichen Veränderungen finden auf vielen Ebenen des Inselstaates statt. Lesen Sie mehr dazu in der April-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 33.