Grüne Branche

Aus der Bretagne: Obst und Gemüse „ohne Pestizide“

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Savéol, eine Genossenschaft aus der Bretagne, die seit 1962 im Finistère ansässig ist, bietet den Franzosen beim Kauf von Obst und Gemüse eine „dritte Wahl“. Neben konventionellem Obst und Gemüse oder Bio-Ware hat die Genossenschaft Produkte unter dem Label „ohne Pestizide“ eingeführt, das heißt ohne Einsatz von synthetischen Pestiziden von der Blüte bis auf den Teller.

Tomaten aus der Bretagne, angebaut ohne Einsatz von synthetischen Pestiziden. Foto: Savéol

Tomaten-Sortiment „ohne Pestizide“ macht rund zehn Prozent aus

„Damit haben wir einen Platz auf dem Markt gefunden, der in der Regel durch eine scharfe Unterscheidung zwischen Bio und konventionellem Angebot gekennzeichnet ist“, unterstreicht Patricia Dinahet von Savéol. Mittlerweile kaufe jeder vierte Verbraucher Obst und Gemüse aus diesem Segment.

2018 wurde das Tomaten-Sortiment mit der Bezeichnung „ohne Pestizide“ eingeführt, zeigt Dinahet auf. „Derzeit macht dieses Sortiment rund zehn Prozent von unserem gesamten Tomaten-Angebot aus“, ergänzt Claire Malgorn von Savéol.

„2019 haben wir die letzten Tests mit ‚Gariguette‘-Erdbeeren durchgeführt, die ‚ohne Pestizide‘ angebaut werden. Obwohl die Mengen noch begrenzt sind, zeigen sie die Richtung an, in der sich der Obst- und Gemüsesektor entwickeln wird.“ Erzeuger, Qualitätsmitarbeiter und sogar Packstationen müssten alle einbezogen werden, um sicherzustellen, dass der Verbraucher ein Produkt erhält, das von der Blüte bis auf den Teller ohne Pflanzenschutzmittel angebaut wurde.

Label „ohne Pestizide“ Teil einer langfristigen Initiative

Obwohl die neue Bezeichnung für umweltbewusstes Handeln derzeit Schlagzeilen mache, sei sie für die Genossenschaft keineswegs neu, so Dinahet. „Sie ist Teil einer langfristigen Initiative. Seit 1983 haben wir eine Insektenfarm in unsere Genossenschaft integriert: Savéol Nature. Mit dem Einsatz von Nützlingen können wir die Pflanzen gegen Schädlinge schützen.“ Zudem halten sich alle Erzeuger an die Integrated Biological Protection (IBP), das heißt sie kultivieren im integrierten biologischen Anbau, setzen Nützlinge (Insekten) ein, um die Pflanzen zu schützen und Schädlinge zu bekämpfen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 sei das Label „ohne Pestizide“ der Hauptgrund für Verbraucher, Produkte aus diesem dritten Segment zu kaufen“, erklärte Malgorn. Um dem Verbraucher die Unterscheidung deutlich zu machen – ohne Einsatz von synthetischen Pestiziden von der Blüte bis auf den Teller – kommuniziert Savéol über seine Webseite, über soziale Netzwerke und direkt in Supermärkten mit dem Kunden.

Savéol will ins Ausland expandieren

Die Genossenschaft will ihr Angebot an Tomaten und Erdbeeren nicht nur auf dem französischen Markt verkaufen, sondern auch exportieren. „Wir machen derzeit zehn Prozent unseres Umsatzes im Ausland“, erklärt Dinahet gegenüber der TASPO. „In Deutschland, aber auch in Irland, Österreich, Luxemburg, Belgien und England wollen wir unseren Export in Zukunft steigern.“

Zudem will die Genossenschaft ihre Produkte auch auf dem spanischen und italienischen Markt einführen, wo ein Interesse an „ohne Pestizide“ angebautem Obst und Gemüse bei Verbrauchern und großen Einzelhändlern bestehe. Anders als in Frankreich seien diese Märkte noch nicht vollständig entwickelt, beobachtet die Genossenschaft.