Grüne Branche

Ausbildungsordnung Gärtner: achte Fachrichtung geplant

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Braucht der Gartenbau weiterhin sieben Fachrichtungen in der Ausbildung – oder sollte man diese auf Produktion, Dienstleistung und Handel reduzieren? Das war lange Diskussionspunkt in Landesverbänden und Fachgremien. Doch nun scheint die Entscheidung gefallen zu sein.

Wie die laut Statistik steigenden Neuabschlüsse bei den Ausbildungsverhältnissen nahelegen, erfreut sich die Ausbildung im Gartenbau bei jungen Menschen wachsender Beliebtheit. Foto: GMH

Neue Fachrichtung für den Einzelhandel soll hinzukommen

Wie der Zentralverband Gartenbau (ZVG) informiert, hat dessen Präsidium bereits am 13. Juli einstimmig den Prozess der Novellierung der Ausbildungsordnung Gärtner in der Struktur der, wie es heißt, „sieben beziehungsweise acht“ Fachrichtungen beschlossen. Als achte soll in Zukunft eine neue Fachrichtung für den Einzelhandel hinzukommen. Mit diesem Entschluss soll auch in Zukunft die Vielfältigkeit der Branche gelehrt werden, erläutert der Verband: „Die Fachrichtungen Zierpflanzenbau, Stauden, Friedhofsgärtnerei, Obstbau, Gemüsebau und auch Garten- und Landschaftsbau sowie Baumschule sollen weiterhin die Vielfalt der Branche und ihrer Produkte zeigen. Da der Gartenbau sich in seinen Betriebsstrukturen spezialisiert, sind diese Fachrichtungen zur Unterscheidung essenziell.“

Ausbildung zum Gärtner: inhaltlich soll sich einiges tun

Inhaltlich werde sich einiges tun, geht der Zentralverband Gartenbau näher auf die Novellierung ein: Neben Bereichen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Umweltthemen ständen ökologische Anbauformen und Pflanzenschutz- sowie Düngemaßnahmen ebenso im Vordergrund wie die Pflanze selbst. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass die Novellierung der Ausbildungsordnung Gärtner von 1996 eine inhaltliche Strukturveränderung nach sich ziehen werde: Die aktuelle inhaltliche Dreiteilung in erstes, zweites und drittes Lehrjahr soll künftig nach Zeitrichtwerten (in Wochen) zu einer Zweiteilung in 1 bis 18 Monate und 19 bis 36 Monate werden. Die Inhalte würden allerdings weiterhin in Zeitrichtwerten nach Wochen definiert. Das ermögliche eine höhere Flexibilität in der Vermittlung des Wissens.

Neue, verbindliche Mindestanforderungen

Zusätzlich sollen dem Zentralverband Gartenbau zufolge vier Standardberufsbildpositionen als modernisierte neue, verbindliche Mindestanforderungen für die Bereiche „Organisation des Ausbildungsbetriebs, Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht“, „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie „Digitalisierte Arbeitswelt“ eingeführt und über alle drei Ausbildungsjahre integrativ vermittelt werden.

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