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Ausstellung: Alte Sorten (wieder)entdeckt

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Eine Sonderausstellung des Deutschen Gartenbaumuseums in Erfurt zeigt Pflanzen aus verschiedenen Regionen in Deutschland, die es nur noch selten gibt, und die historische Entwicklung des Gemüse- und Obstanbaus. Die einst traditionell angebauten Arten und Sorten sind besonders für den heutigen regionalen Anbau geeignet.

Das Eiskraut ist eine der Raritäten, die das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt in seiner Sonderausstellung zeigt. Foto: Dr. Heidi Lorey

Sonderausstellung des Deutschen Gartenbaumuseums 2019 auf der BuGa Heilbronn

In den kommenden Jahren wird die Ausstellung immer an anderen Orten zu sehen sein. 2019 wandert sie auf das Gelände der Bundesgartenschau Heilbronn und kann dort über die gesamte Veranstaltungsdauer hinweg, vom 17. April bis 6. Oktober, besichtigt werden.

Der Wandel im Obst- und Gemüsebau

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts vollzog sich die Entwicklung hin zu einem eher großflächigen, intensiven Gemüse- und Obstbau. Die Zahl der Betriebe sank deutschlandweit zugunsten eines Wachstums der verbliebenen. Die Betriebe spezialisierten sich aus arbeitstechnischen Gründen auf wenige Kulturen, teilweise sogar auf bestimmte Entwicklungsstadien innerhalb einer Kultur. So fand um 1900 in einer Gemüsegärtnerei noch die Anzucht der Pflanzen vom Samen bis zur Ernte im selben Betrieb statt, oft sogar die Erzeugung von eigenem Saatgut.

Heute gibt es Betriebe, die nur auf die Anzucht von Jungpflanzen spezialisiert sind. Andere Gemüsebaubetriebe kaufen diese Jungpflanzen und kultivieren sie dann bis zur Ernte. Der Absatz erfolgt meist über Großmärkte. Der Einzelhandel und die Verarbeitungsindustrie fordern, dass zu einem bestimmten Tag festgelegte Mengen an Obst und Gemüse geliefert werden, die den von ihnen bestimmten Qualitätskriterien oder Merkmalen entsprechen müssen. Dies betrifft zum Beispiel die Größe, Form, Farbe oder Fruchtkrümmung einer Gurkensorte.

Alte Sorten sterben im Profi-Gartenbau aus

Viele der älteren, regionalen Sorten weisen diese geforderten Merkmale nicht oder nur teilweise auf, da sie zu ihrer Entstehungszeit noch nicht gefordert waren. Daher werden sie heute nicht mehr angebaut, und es wird bei zurückgehender Nachfrage kein Saatgut mehr erzeugt. Das führt zum Verlust, ja zum Aussterben dieser älteren Sorten.

Die im Folgenden vorgestellte Auswahl regionaler Raritäten sind ein Auszug aus der Sonderausstellung „Geschmack der Regionen – Obst und Gemüse neu entdeckt!“, die vom Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt konzipiert wurde und dort derzeit zu sehen ist. Noch bis 31. Oktober können sich Interessierte über frühere Pflanzenarten und -sorten informieren, deren Anbau sich in bestimmten Gebieten heute wieder lohnt. Danach zieht die Ausstellung von Erfurt aus weiter in verschiedene Regionen in Deutschland.

Mehr zu den Sorten der Sonderausstellung lesen Sie in TASPO 18/2018, die am Freitag, 04. Mai erschienen ist.