Grüne Branche

Azaleen für die Kühltruhe

Winterhärte bis unter minus 30 °C
In der Mitte von Nordamerika, an der Grenze zu Kanada, liegt das „Land der Zehntausend Seen“. Der Bundesstaat Minnesota ist auf den winterlichen Temperaturkarten leicht zu orten. Er liegt dort, wo die Farbe so tief dunkelblau ist wie nirgendwo sonst auf der Wetterkarte. Aus dieser „Tiefkühltruhe“ stammen die „Northern Lights“-Azaleen.

Tiefsttemperaturen von -30 °C im sechs Monate dauernden Winter sind hier durchaus nicht unüblich. Im letzten Extremwinter (2011) sank das Quecksilber sogar auf -43 °C. Kälter ist es in den USA sonst nur noch in Alaska.
Aus dieser Tiefkühltruhe stammen die „Northern Lights“-Azaleen, die seit einigen Jahren auch in Deutschland angeboten werden. Der kalten Herkunft verdanken sie ihre extreme Winterhärte. Die nächsten Verwandten, die Knap-Hill-Azaleen, gelten bereits als ausgesprochen winterhart und bis hin zur Winterhärtezone 5b als zuverlässig durch den Winter kommend. Doch sie werden von den „Northern-Lights“-Azaleen noch um einiges übertroffen: Sortenspezifisch reicht deren Winterhärte bis zu -34 °C, bei den allerhärtesten sogar bis -37 °C.

In Amerika war die Freude unter den Gartenbesitzern in den Winterhärtezonen 4 und sogar in 3 verständlicherweise groß, denn mit diesen Neuzüchtungen standen ihnen erstmals farbenprächtige Azaleen zur Verfügung, die verlässlich durch die bitterkalten Winter kommen. „Northern-Lights“-Azaleen eignen sich daher auch bei uns für die besonders kalten Regionen im Osten Deutschlands beziehungsweise generell für die kalten nord- und osteuropäischen Bereiche.

Es spricht aber nichts dagegen, sie ebenso in „wärmeren“ Regionen einzusetzen. Denn sie überzeugen nicht nur mit ihrer extremen Winterhärte, sondern auch mit einer großen Blühfreudigkeit, den zumeist süßlich duftenden Blüten, einem kompakten Wuchs und – die entsprechenden klimatischen Rahmenbedingungen wie sonnige Tage und kalte Nächte vorausgesetzt – mit einer famosen roten, orange- oder purpurfarbenen Herbstfärbung.

Ursprung ihrer Züchtung
Verantwortlich für diese Neuheiten ist das „Landscape Arboretum“ der Universität von Minnesota in Minneapolis/St. Paul. Hier begann man 1957 mit der Kreuzungsarbeit, die ersten Ergebnisse erschienen ab 1978. Insgesamt wurden seitdem 13 verschiedene „Nor-thern Lights“ veröffentlicht, von denen fünf in deutschen Baumschulen erhältlich und zwei weitere nur in Sammlungen, wie der des Bremer Rhododendron-Parks, zu sehen sind. In ihren Genen steckt das Blut von in Nordamerika heimischen Azaleenarten wie R. prinophyllum, R. canadense, R. calendulaceum und R. atlanticum sowie verschiedener Exbury-, Mollis- und Knap-Hill-Azaleen. Die folgenden Sorten sind derzeit in Deutschland erhältlich, die angegebenen Blütezeiten gelten für Norddeutschland.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Sorten und weiteren Merkmalen lesen Sie in der Ausgabe 04/ 2013 Deutsche Baumschule.