Grüne Branche

Azerca-Tagung: Kassenführung und „Düsen-TÜV“

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Die richtige Kassenführung und das Vermeiden von Fehlern ist im Gartenbau wie auch in Azerca-Betrieben ein brisantes Thema. Auch der „Düsen-TÜV“, der Geräte unter die Lupe nimmt, mit denen Pflanzenschutzmittel appliziert werden, wurde im Rahmen der Azerca-Herbstagung in Köln beleuchtet.

Unabhängig vom benutzten Kassensystem, nicht nur bei offener Ladenkasse, müssen (nicht nur) Gartenbaubetriebe jeden Tag nach Geschäftsschluss ein Kassenbericht erstellen. Foto: corbis micro Fotolia

Die richtige Kassenführung für Gartenbaubetriebe

Dr. Hanno Vianden, Steuerberatung Parte (Euskirchen), in Köln erläuterte die richtige Kassenführung für Gartenbaubetriebe. Wichtig dabei: Unabhängig vom benutzten Kassensystem, nicht nur bei offener Ladenkasse, muss jeden Tag nach Geschäftsschluss ein Kassenbericht erstellt werden, ein Monatsbericht reicht nicht mehr aus. Er sollte handschriftlich, nicht mit Exceldateien, nicht mit Datev-Programmen ausgeführt werden. Außerdem muss der Betrieb sicherstellen, dass er jederzeit kassensturzfähig ist. Andernfalls droht eine Schätzung durch die Prüfer des Finanzamtes.

Wie sich der Gartenbau-Unternehmer gegen Insolvenzen der Kunden absichern kann, erläuterte Hartmut Salomon, Kanzlei Völlinger und Partner (Karlsruhe). Dabei ging er auf die Grundzüge des Insolvenzrechts, Anfechtungstatbestände, Sicherungsmaßnahmen und Geldrückforderungen ein.

Pflanzenschutz: „Düsen TÜV“ – Geräte prüfen

Pflanzenschutzmittelapplikation bei Azerca-Kulturen sowie der aktuelle Stand speziell bei dem „Düsen-TÜV“ waren die Themen von Michael Stuch von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Geräteprüfung unterliegen Karrenspritzen, vor allem für die Anwendung unter Glas, Gießwagen drinnen und draußen und auch Nebelgeräte. Schwierig kann die Prüfung bei den vielen selbst gebauten Geräten werden, so Stuch.

Er erläuterte die Mindestanforderungen bei Rührwerken, Pumpenleistung, Druckminderern und Manometern, Gießwagen, Dosatron und den verschiedenen Düsen und ihrer Leistung. Wichtig bei allem: Pflanzenschutzmittel so sparsam und exakt wie möglich zu applizieren, Abtrift verhindern. Die drei Themenblöcke wurden im Anschluss der Vorträge in Arbeitsgruppen eingehend diskutiert.

Azerca-Herbsttagung: Vorträge, Workshops und Betriebsbesichtigungen

Hätte man im Sommer noch nicht gedacht, doch die diesjährige Saison läuft ganz gut. Trotz Schwierigkeiten mit Starkregen im Frühjahr und Hitze im September, gibt es einen guten Abverkauf von Azerca-Produkten. Dies unterstrich der Azerca-Vorsitzende Gerhard Friedrich (Friedrichshafen) in Köln. Dort trafen sich Anfang der Woche rund 60 Teilnehmer zur Herbsttagung der Azerca. Auf dem Programm standen neben der Mitgliederversammlung auch Fachvorträge, Workshops und Betriebsbesichtigungen.
 
Friedrich mahnte, auch bei einem guten Jahr seien die Betriebe gefordert, immer auf dem Laufenden zu bleiben, sich um Themen zu kümmern, wie neue Kulturen, Sorten und Techniken, Vermarktung, Marketing und Betriebsnachfolge. Eva Kähler-Theuerkauf (Kempen), Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen, war zu einem Grußwort in die Domstadt gekommen und lobte die Sondergruppe im Zentralverband Gartenbau für ihre besonders innovative Arbeit, ihre Kooperation, ihre speziellen Beratungs- und Marketingaktionen.

Ihre Kampagnen seien nah am Zeitgeist, setzten Trends und seien ein frühes Vorbild für heutige Werbekampagnen. Wenn sich das Verhalten der Verbraucher ändert und sich der demografische Wandel fortsetzt, sei mit einem Schrumpfen des Marktvolumens bei Zierpflanzen zu rechnen. Dem entgegenzuwirken, müssten sich alle Betriebe anstrengen, so Kähler-Theuerkauf. Denn die Pflanze dürfe nicht weiter als Lockmittel benutzt und nicht zu Dumpingpreisen verramscht werden.