Grüne Branche

Bad Schwalbach: Hessens größtes Gartenfest beginnt

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Ab morgen und bis zum 7. Oktober öffnet der historische Kurpark in Bad Schwalbach seine Tore für die Landesgartenschau 2018. 163 Tage zeigt Hessens Grüne Branche auf 12,2 Hektar Ausstellungsfläche, was sie kann.

Kurpark im Mittelpunkt der Landesgartenschau

Der über 400 Jahre alte Kurpark der Stadt Bad Schwalbach ist Mittelpunkt der Landesgartenschau 2018. Prägend sind die Promenadenwege, die sich beidseitig entlang der Parktäler Röthelbach- und Menzebachtal befinden und mit Winterlinden bepflanzt wurden. Die Lage des Parks bietet ein einmaliges Potenzial für das Großereignis, so die Veranstalter. Sie rechnen mit 500.000 Besuchern.

Bereits am 28. Januar 2016 fand der offizielle Spatenstich der Landesgartenschau statt. Mehr als zwei Jahre planerischer und gestalterischer Arbeit später startet sie nun am 28. April. Die Gesamtplanung übernahmen Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus München.

Die neue Kurterrasse geht fließend in den Landschaftspark über und öffnet den Blick in Richtung Stadt. Authentisch wurde der Kurweiher in Anlehnung an einen Bergsee saniert. Dazu gehört eine Rundbank, die zum Verweilen einlädt und zwischen neu angepflanzten Nadelgehölzen und ergänzenden Staudenpflanzungen den Blick freigibt auf einen runden Pavillon mit kleinen Zwiebeltürmen.

Insgesamt neun Themengärten

Jeweils an die 100 Quadratmeter umfasst jeder der neun Themengärten, die sich am Motto der Landesgartenschau, „Natur erleben. Natürlich leben“, orientieren. Von der Sehnsucht der Menschen nach Natur und Landleben haben sich etwa die Gestalter des Gartens „Natur im Sinn“ inspirieren lassen. Sie wollen alle fünf Sinne der Besucher ansprechen, mit duftenden Kräutern und Blumen, knackigen Früchten und essbaren Blüten. Für die Gestaltung nutzen sie natürliche Materialien wie Taunusquarzit und Eichenholz.

Ganz anders ist das Motto im Garten „Heimkommen“ umgesetzt. Dort dreht sich alles rund um die Ess-Kastanie, einen Baum, der seit mehr als 300 Jahren im Taunus gepflanzt und genutzt wird. Der Themengarten wird nicht nur von einer solchen Edelkastanie beschattet, ein optisch herausragendes Element ist ein alter Kastanienstamm, der mit einem Baumhaus den kleinen Gästen einen Raum zum Entdecken bieten soll. Mit Wegen aus Backstein, einem Belag aus Flusskieseln und Blumen aus alten Bauerngärten wird zudem an altbewährte regionale Materialien und Pflanzen erinnert.

Die Gestalter des Gartens „Bad-Schwal(l)-Bach“ erinnern mit einer in den Boden eingelassenen Holzbadewanne an die Bädertradition des Kurortes. Wasserfontänen sprudeln aus einer Natursteinmauer wie eine Schwallbrause, das austretende Wasser wird als Bachlauf durch den Garten geleitet.

Gemüse im Mehrgenerationengarten

Auf dem Gelände der alten Kurgärtnerei mitten im Röthelbachtal ist ein Mehrgenerationengarten entstanden, der ganz unterschiedliche Attraktionen bietet. Umgeben ist er von großen Hecken, in die an verschiedenen Stellen Hochbeete eingelassen sind. Dort wachsen Gemüse und verschiedene Kräuter. Der vorhandene Heilkräutergarten des Kneippvereins ist zudem in die Anlage integriert worden.

Auf dem naturbelassenen Gelände des Röthelbachtals mit Bachlauf und Uferbepflanzungen aus Erlen und Weiden wurden Streuobst-Gruppen von den Landschaftsgärtnern der Landesgartenschau angelegt. Dort werden während der Dauer der Veranstaltung zahlreiche regionale Akteure anzutreffen sein. Unter anderem werden in einem Hofladen Apfelsaft, Apfelwein oder Honig aus der Region angeboten.