Grüne Branche

Baden-Württemberg: teils dramatische Frostschäden

Gemeinsam haben der Verband Badischer Gartenbaubetriebe und der Württembergische Gärtnereiverband eine Fragebogenaktion bei den Betrieben der jeweiligen Verbände durchgeführt, um die Höhe der Frostschäden zu ermitteln. Hauptsächlich betroffen waren die Staudenbetriebe und die Baumschulen. 

Die Frostschäden zeigten sich zuweilen erst sehr spät. Foto: Matthias Hinkelammert

Eine endgültige Schadenshöhe lasse sich derzeit noch nicht festlegen, berichten beide Verbände am vergangenen Montag. Insgesamt beliefen sich die Schäden auf 10,3 Millionen Euro, die von 153 Betrieben gemeldet wurden. Täglich gingen Meldungen der Baumschulen ein, bei denen die gemeldeten Schadenshöhen, teilweise dramatisch, nach oben korrigiert werden müssten.

Die Betroffenheit bei den Betrieben, aber auch bei der berufsständischen Vertretung selbst, ist verständlicherweise groß. Man sei schon zu einem frühen Zeitpunkt mit dem Landwirtschaftsministerium in Kontakt getreten und habe deutlich gemacht, dass die Betriebe auch dringend direkte Hilfen zur Bewältigung dieser außerordentlich schwierigen Situation benötigen werden.

Bei einem Treffen mit Minister Alexander Bonde konnten den Angaben zufolge vergangenen Donnerstag die Präsidenten der Verbände die aktuelle Schadenshöhe mitteilen und der Minister sei über die teilweise dramatische Lage in den Betrieben informiert worden.

Bonde habe sich gut informiert gezeigt, aber auch betroffen über die Schäden. Er wisse sehr wohl, dass die bisherigen Mittel, die die Rentenbank zu vergünstigten Konditionen bereitstellt, den Betrieben allein nicht helfen werden. Gleichzeitig habe er darauf hingewiesen, dass die europäischen Richtlinien sehr strenge Forderungen bezüglich der prozentualen Schadenshöhe haben, um eine direkte Hilfe des Landes überhaupt zu ermöglichen.

Weiterhin ließen Kürzungen im Agrarhaushalt direkte finanzielle Hilfen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu. Mit dem Finanzministerium gebe es Gespräche über Stundung von Steuern. Darüber hinaus soll es nach dem Willen der baden-württembergischen Landesregierung zukünftig steuerliche Erleichterungen bei Beiträgen zur Risikovorsorge geben. (hlw)