Grüne Branche

Baden-Württemberg weitet Anbau von Gemüse aus

In der Region produziertes Gemüse wird für den Verbraucher zunehmend wichtiger. Dies wird auch an den gestiegenen Gemüseanbauflächen im Land deutlich. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, wurde 2012 von 1.361 Betrieben auf insgesamt 11.029 Hektar (ha) Gemüse kultiviert. 

Anbau von Gemüse im Freiland in Baden-Württemberg. Grafik: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Der Großteil der Gemüseflächen befindet sich demnach im Freiland (10.584 ha) und wird von 1.291 Gemüseanbauern bewirtschaftet. Die Anbaufläche erhöhte sich laut Information damit gegenüber 2008 um 724 ha. Das sind umgerechnet 1.034 Fußballfelder (je 70 x 100 Meter). Auf ungefähr 13 Prozent des Freilandanbaus erfolge die Produktion nach ökologischen Kriterien.

Wie in den vergangenen Jahren ist Spargel mit 2.480 ha die am meisten angebaute Gemüseart. Die weißen und grünen Stangen wachsen vorrangig in der südlichen Rheinebene in den Kreisen Emmendingen, Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald, wo fast die Hälfte der Anbaufläche angesiedelt ist. Ein weiterer Schwerpunkt befinde sich im Rhein-Neckar-Kreis und in den Kreisen Rastatt und Karlsruhe (32 Prozent).

Kräftig aufgeholt habe in den letzten vier Jahren der Anbau von Salaten mit inzwischen 2.319 ha. Die größte Rolle spiele nach wie vor Feldsalat mit 685 ha (plus acht Prozent), gefolgt von Eissalat auf 467 ha (plus 38 Prozent) und Kopfsalat (285 ha). Dass besonders der Verbrauch von Salaten bestimmten Trends unterliegt, zeige sich an ehemaligen Nischenprodukten wie Romana (84 ha) und Rucola (135 ha), deren Anbauflächen gegenüber 2008 um 37 ha beziehungsweise 63 ha angestiegen sei. Neben dem Zentrum des Salatanbaus im Kreis Esslingen (23 Prozent) befinden sich nennenswerte Anbauflächen laut Statistischem Landesamt rund um Freiburg (18 Prozent) sowie im Raum Heilbronn (10 Prozent).

Nahezu unverändert präsentiere sich der Anbau von Kohlgemüse (1.443 ha), wobei Weißkohl (623 ha) und Chinakohl (88 ha) ihren Anteil vergrößerten. Weitere wichtige Gemüsesorten seien Rotkohl (189 ha) und Brokkoli (156 ha). Bei Wurzel- und Knollengemüse wurde der Anbau von Möhren und Karotten (858 ha) sowie Radieschen (104 ha) erweitert. Dagegen seien die Flächen mit Speisezwiebeln (354 ha) und Roten Rüben (252 ha) um 20 beziehungsweise 11 Prozent deutlich zurückgegangen.

Als Herbstgemüse seien Speisekürbisse derzeit sehr beliebt. Eine große Vielfalt von Hokkaido bis Butternut wächst im Südwesten auf 566 ha (plus 52 Prozent). Eine Frucht mit ebenfalls steigender Tendenz seien Zucchini, die mit 202 ha im Anbau vertreten sind (plus 38 Prozent). Auch die Flächen mit Zuckermais (796 ha) wurden gegenüber 2008 (plus 16 Prozent) ausgedehnt.

Zur Verlängerung der Saison und einer wetterunabhängigen Produktion hätten insgesamt 511 Betriebe auf die Kultivierung von Gemüse in Gewächshäusern oder begehbaren Folientunneln (444 ha) gesetzt. Überwiegend wurden Salate angebaut (245 ha), mit großem Abstand folgen Tomaten (76 ha) und Salatgurken (50 ha). Besonders stark ausgeweitet wurde laut Information der Anbau von Paprika um zehn ha auf aktuell 28 ha. (ts)