Grüne Branche

Baden-Württemberg: Zuwächse beim Freilandanbau von Schnittblumen

Insgesamt 1.500 baden-württembergische Betriebe produzierten im vergangenen Jahr auf einer Grundfläche von über 800 Hektar Zierpflanzen. Ein deutlicher Rückgang war in den letzten Jahren bei der Schnittblumenproduktion unter Glas zu verzeichnen, dort ging die Anbaufläche im Zeitraum von 1996 bis 2008 von 964.000 Quadratmeter auf 538.000 Quadratmeter zurück. Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl der Betriebe von rund 900 um mehr als die Hälfte. Positiv entwickelte sich dagegen der Schnittblumenanbau im Freiland. Hier nahm die Anbaufläche seit 1996 um 40 Prozent zu, wobei insbesondere in den letzten vier Jahren ein starker Anstieg von 22 Prozent zu verzeichnen war. Diese Angaben sind dem Statistischen Monatsheft Baden-Württemberg Ausgabe 4/2009 zu entnehmen. Die Zahlen basieren auf der alle vier Jahre durchgeführten Zierpflanzenerhebung.

Im Freiland machen Sommerblumen und Stauden bei den Schnittblumen 35 Prozent aus, gefolgt von Gehölzen für den Grün- und Blütenschnitt (16 Prozent), Rosen (neun Prozent), Chrysanthemen (zwei Prozent) und sonstige Schnittblumen (38 Prozent). Unter Glas stehen Rosen mit über 40 Prozent an erster Stelle. Insgesamt 20 Millionen blühende Zimmerpflanzen werden im Südwesten produziert, davon sieben Millionen Poinsettien und 3,5 Millionen Elatior-Begonien, von denen wiederum 60 Prozent als Jung- und Halbfertigware. Mit 2,3 Millionen haben blühende Zwiebelblumen im Topf noch einen nennenswerten Anteil. Cyclamen (1,7 Millionen), Chrysanthemen (1,6 Millionen Euro), Grün-Blattpflanzen sowie Kakteen (1,2 Millionen) werden vorwiegend als Fertigware produziert. Stark zurückgegangen ist in den letzten Jahren die Produktion von Beet- und Balkonpflanzen sowie von Stauden. Waren es 2000 noch 200 Millionen Stück, kamen 2008 nur noch 128 Millionen, also fast 40 Prozent weniger, aus dem Südwesten. Den größten Anteil machen Viola aus: Etwa 700 Betriebe produzieren mehr als 25 Millionen Stiefmütterchen. Mit 18 Millionen stehen Pelargonien an zweiter Stelle. Ebenso viele "Stauden im Topf" kommen aus Baden-Württemberg. Dazu zählen unter anderem Hosta, Storchschnabel, Feinstrahlastern und Sonnenhut. Danach folgen Freiland-Begonien (12,5 Millionen), Primeln (acht Millionen), Petunien (7,4 Millionen), Impatiens (fünf Millionen), Callunen/Eriken (zwei Millionen) und Margeriten (1,3 Millionen). Darüber hinaus werden noch 30 Millionen sonstige Beet- und Balkonpflanzen kultiviert.

Die Zierpflanzenbetriebe in Baden-Württemberg verzeichneten in den letzten beiden Jahrzehnten einen Rückgang von etwa 30 Prozent. Der stärkste Rückgang lag in den Jahren 1996 bis 2004 mit minus 22 Prozent. Seitdem bleibt die Zahl der Produzenten in etwa konstant. Die gesamte Grundfläche hat sich allerdings seit 1988 nur um 18 Prozent verringert. Im selben Zeitraum erhöhte sich die durchschnittliche Zierpflanzenfläche eines Betriebes von 46 auf 54 Hektar.

Von den insgesamt 1.500 Betrieben in 2008 produzierten 1.043 Betriebe Schnittblumen, 901 Gärtnereien erzeugten Beet- und Balkonpflanzen beziehungsweise Stauden, 548 Betriebe kultivierten Zimmerpflanzen. 68 Prozent der Zierpflanzengrundfläche liegt im Freiland.