Bamberg: Grabgestaltung in all ihren traditionellen und modernen Facetten

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Mit dem Zuschlag für die 16. Landesgartenschau in Bayern im Jahr 2002 bot sich der Stadt Bamberg die einmalige Chance, die Industriebrache der ehemaligen Baumwollspinnerei ERBA in eine blühende Kulturlandschaft zu verwandeln und so einen Meilenstein in der Stadtentwicklung zu setzen.

Das ERBA-Gelände bildet die nördliche Spitze von Bamberg Mitte, einer Insel, auf der sich das historische Zentrum der Stadt befindet. Auf der ERBA entstand mit der neuen Parkanlage ein Naherholungsraum und, dank Unicampus samt Studentenwohnheim und hochwertigen Wohnanlagen, auch ein neuer Stadtteil.

Ihr Pendant ist die Parkanlage „Hain“, der größte Bürgerpark Bayerns aus dem 19. Jahrhundert, auf der südlichen Inselspitze. Dem landschaftsplanerischen Konzept der Parkanlage des Wettbewerbssiegers, Landschaftsarchitekt Hans Brugger aus Aichach, liegt die Vernetzung als zentrales Gestaltungselement zu Grunde. So richtet er den Blick stärker auf natürliche Freiflächen innerhalb der Stadt. Die Natur wird aufgewertet, besser zugänglich gemacht und mit dem Stadtgebiet vernetzt. Die drei historischen Siedlungsbereiche und wesentliche Teile des Welterbes Bamberg, Gärtnerstadt, Bergstadt und Inselstadt, werden auf diese Weise um eine vierte Dimension erweitert: Bambergs Naturstadt. Als Hommage an die ehemalige Baumwollspinnerei ERBA lehnt Brugger seine gesamte Planung an die Matrix einer Baumwollfaser an.

Zu den besonderen Attraktionen auf der Landesgartenschau gehören der Fischpass, die Pyramidenwiese und die Spielplätze, die für verschiedene Altersgruppen Angebote haben und die die Geschichte der weltbekannten Kinderbuchfigur „SamS“ erzählen. Insgesamt 79 Themen listet der Übersichtsplan der Gartenschau auf, der einen Rundweg durch das Gartenschaugelände vorschlägt.

19 Gräber gestaltet

Darunter - unter Punkt 21 - auch jener Ausstellungsbeitrag , der bei jeder Landesgartenschau gern von den Besuchern aufgesucht wird: Die Mustergrabanlage. Und so fehlt auch bei der Landesgartenschau in Bamberg das Thema „Grabgestaltung“ nicht.
Acht Doppelgräber, acht Einzelgräber und drei Urnengräber werden in unmittelbarer Nähe zum GottesGarten zur Schau gestellt. Sie alle sind Sieger eines Grabmalwettbewerbs, den die Landesgartenschau GmbH ausgelobt hatte.

„Rocco & Antonia“ so lautet der Titel des Grabgestalters Hans Doppel aus Neusorg. Sein Doppelgrab fällt aufgrund eines großen Eisenelementes ins Auge: Das Element hat einen integrierten Glaskasten, die Eisenumrandung steigt in drei Stufen an, die den Entwicklungsweg der Verstorbenen symbolisieren. Das Eisenelement ähnelt dem Segment eines Kreises und erinnert an den Verlauf des Wachsens und Vergehens. In seiner schützenden Fläche, die auch als Rankhilfe für Kletterpflanzen fungiert, findet sich eine kleine Öffnung, die in direkter Verbindung zum höchsten Punkt des Eisenelements steht. Es symbolisiert die Möglichkeit, dass die Seele in neue Räume aufbrechen kann. Mehr dazu in der Juni-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 14 oder unter www.bamberg2012.de

 

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