Grüne Branche

Baumkontrolle auf Friedhof: Gefahren früh erkennen

Auf Friedhöfen mit alten Baumbeständen kommen oft viele Schadsymptome vor, besonders häufig jedoch Schäden an den beim Aushub von Gräbern beeinträchtigten Wurzeln.

Welche Aspekte der vor genau einem Jahr erschienenen neuen FLL-Baumkontrollrichtlinie speziell auf Friedhöfen eine Rolle spielen, war bei der Gartenakademie-Friedhofstagung in Karlsruhe das Thema eines Vortrages von Oliver Wendt vom Baumsachverständigenbüro Tanja Sachs (Pfedelbach). Er stellte sechs Schritte zur Durchführung der Regelkontrolle an Einzelbäumen heraus:

  1. Überprüfung der Baumgrunddaten (Baumart, Höhe, Kronendurchmesser, Stammumfang, Stammdurchmesser, Baumnummer, Standort);
  2. Inaugenscheinnahme vom Boden aus (Bewertung von Symptomen, welche die Standsicherheit beeinträchtigen oder den Bruch von großen Zweigen verursachen könnten);
  3. Festlegen der „berechtigten Sicherheitserwartung des Verkehrs“;
  4. Festlegen der Maßnahmen mit Dringlichkeit (feste Zeitvorgabe, bis wann die Maßnahme erfolgen muss, abhängig von den Sicherheitserwartungen und dem Gefahrenpotenzial);
  5. Festlegen des Kontrollintervalls (bestimmte Schadsymptome sind nur zu bestimmtem Jahreszeiten erkennbar, zum Beispiel die Fruchtkörper holzzerstörender Pilze);
  6. Datum der Kontrolle und Signatur des Baumkontrolleurs.

Ein anderes Thema bei der Baumkontrollrichtlinie ist die Kontrolle flächiger Bestände. Sie spielt auf herkömmlichen Friedhöfen nur eine geringe Rolle. Relevant ist sie bei Bestattungswäldern. (ts/eh)