Grüne Branche

Baumpaten sollen Friedhof unterstützen

Zu einer ungewöhnlichen Aktion hatte im Frühjahr die Friedhofsverwaltung des evangelischen Friedhofs am Wasserturm in Mönchengladbach aufgerufen: Es werden Baumpaten gesucht, die sich mittels Geldspende an den Baumpflegekosten oder den Kosten für Baumneupflanzungen beteiligen. Bislang haben sich rund 30 Spender gemeldet, ein Baum wurde im Frühjahr bereits gepflanzt.

Der rund zwei Hektar große evangelische Friedhof am Wasserturm ist vor mehr als 150 Jahren an der Viersener Straße angelegt worden. Etwa 300, teilweise 200 Jahre alte Bäume haben ihn zu einem wunderschönen Park gemacht, der gern und häufig genutzt wird. Aber es gibt ein großes Problem: Die Pflege der alten Bäume und Beete, der Bänke und Wege ist aufwendig und teuer. Allein die Kosten für die Baumkontrolle/-pflege schätzt Ines Schrödter aus der Friedhofsverwaltung des Ev. Gemeindeverbandes auf rund 15.000 Euro pro Jahr.

Deshalb hat sich die Geschäftsführung des Friedhofs, die Diakonie, Anfang des Jahres etwas einfallen lassen. „Wir suchen Baumpaten“, erklärt Schrödter. „Menschen, die sich diesem idyllischen Ort verbunden fühlen und Baumpatenschaften übernehmen wollen, sind herzlich eingeladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.“ Die Baumpaten müssen dabei nicht selbst Hand an Bäume und Äste anlegen, diese Arbeit bleibe in den Händen einer Baumpflege-Firma.

Auf Wunsch werden Namensschilder angebracht

Die Paten sollen lediglich die Kosten für die Pflege eines alten Baumes übernehmen, oder sie zahlen für eine Neuanpflanzung. Die Kosten für einen jungen Baum bewegen sich zwischen 100 und 200 Euro. Auch für neue Bänke werden Spender gesucht. Sie kosten pro Stück rund 600 Euro. Auf Wunsch werden Namensschilder der Paten angebracht. „Wer keinen Baum übernehmen möchte, kann aber auch ganz allgemein Geld für den Erhalt des Friedhofs spenden“, sagt Schrödter. „Wir freuen uns auch über kleine Beträge.“

Die Idee, Baumpaten für einen Friedhof zu suchen, ist neu in Mönchengladbach. Und sie ist laut Schrödter gut angelaufen. Bis zum Sommer haben sich bereits rund 30 Spender gemeldet. Es wurden sieben neue Bänke gekauft und ein Baum wurde im Frühjahr schon gepflanzt. Jetzt werden die Spenden gesammelt, bis zur nächsten Pflanzzeit im Herbst. Geplant ist die Umgestaltung einer Freifläche zu einer Ruheoase mit Bänken, bepflanzt mit sechs Zierkirschen. Außerdem soll eine alte, lückenhafte Allee (Roter Spitzahorn) durch Ergänzungspflanzungen wieder hergestellt werden.

Die Bäume auf dem Friedhof werden ein bis zwei Mal jährlich kontrolliert. Der Zustand der Bäume auf dem Friedhof ist dabei sehr unterschiedlich, von gut bis sehr schlecht. Derzeit werden vor allem Maßnahmen zur Totholz-Beseitigung durchgeführt. „Wir wissen, dass der Friedhof am Wasserturm sehr gut angenommen wird“, sagt Ines Schrödter. Und das soll so bleiben.
Martina Borowski, Braunschweig