Baumschul-Bilanz:  alles in allem ein blühendes Frühjahr

Veröffentlichungsdatum: , Marie Schröder

In der TASPO-Umfrage geben verschiedene BdB-Landesverbände Einblick in ihre Saisonbilanz. Symbolfoto: Green Solutions

Wie lief das Frühjahrsgeschäft? Diese Frage stellt die TASPO jedes Jahr verschiedenen Landesverbänden im Bund deutscher Baumschulen (BdB). Teilgenommen in diesem Jahr haben die BdB-Landesverbände Schleswig-Holstein, Weser-Ems, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Die Antworten spiegeln einen Querschnitt der Betriebe und/oder Einschätzungen in den Landesverbänden wider.

NRW: Preissteigerungen in allen Bereichen

„An die Jahre 2020 und 2021 konnten wir nicht anknüpfen, aber Steigerung gegenüber den Vor-Corona-Jahren erzielen“, lautet die Gesamtbewertung zum Frühjahrsgeschäft der Baumschulen im BdB-Landesverband Nordrhein-Westfalen für den Einzelhandelsbereich. Die Menge bewerteten sie mit der Schulnote „Drei“ und die Preise mit einer „Zwei“. Das Preisniveau im Einkauf hat sich im Vergleich zu 2021 erhöht. Die Spanne konnte im Verkaufspreis gehalten werden.

So lief es im Detail:

  • Rosen: „Drei“ (Renner: Kletter- und Strauchrosen)
  • Laubgehölze: „Zwei“ bis „Drei“ (Renner: Amelanchier, Hausbäume; Verlierer: Hecken)
  • Immergrüne und Koniferen: „Drei“
  • Obstgehölze: „Zwei“
  • Stauden: „Zwei“ (Renner: Solitärstauden)
  • Wasserpflanzen: „Vier“
  • B&B-Ware: „Zwei“ (Renner: Mix-Angebote)
  • Deko- und Hartware: „Drei“

Das Fazit bei den zusätzlichen Dienstleistungen: Pflanzungen: „Zwei“, Bringdienste: „Zwei“, Baumschnitt: „Eins“ bis „Zwei“, Sonstiges: Rasen „Zwei“.

Gefragt nach den Aussichten sagen die NRW-Betriebe: „Die Eigenproduktion wird weniger werden.“ Im Sommer rechnen sie mit weniger Kunden, bedingt durch das Reisen. Auf den Sommer fallen 20 Prozent der Umsätze, auf den Herbst 30 Prozent und das Frühjahr macht 50 Prozent aus.

Preise für Alleebäume zogen um 20 bis 100 Prozent an

Das Frühjahr im Großhandel zeichnete sich durch höhere Preise aus. „Alle Pflanzen sind teurer geworden, insbesondere Bäume und Solitärgehölze. Viele Pflanzen waren ausverkauft.“ Es konnten insgesamt bessere Preise als im Vorjahr erzielt werden, bei gleichem oder zum Teil weniger Absatz. Im Alleebaum-Bereich gab es Preissteigerungen von 20 bis 100 Prozent, je nach Besonderheit der Sorten. Folglich bewerteten die BdB-Baumschulen in Nordrhein-Westfalen die Preise mit einer „Eins“ und die Menge mit einer „Zwei“.

Die Produktgruppen:

  • Rosen: „Drei“ (Renner: Bodendecker; Verlierer: historische Sorten)
  • Laubgehölze: „Eins“ (Renner: 2xv Sträucher ohne Ballen und Solitärsträucher)
  • Immergrüne und Koniferen: „Eins“ bis „Zwei“ (Renner: Taxus; Verlierer: Thuja)
  • Obstgehölze: „Eins“
  • Jungpflanzen: „Eins“
  • Landschafts- und Wildgehölze: „Eins“ (Renner: 2xv wurzelnackt)
  • Autochthone/gebietsheimische Gehölze: „Drei“ (Renner: Hochstämme 3xv 12–14–16–18)
  • Stauden: „Eins“

„Sommergeschäft für die meisten Baumschulen sehr gering“

Das Geschäft mit Gartencentern, Pflanzenmärkten und Einzelhandelsbetrieben verlief schwächer als in den Vorjahren. Der Absatz an GaLaBau, Kommunen und andere Baumschulen wurde mit einer „Eins“ bis „Zwei“ bewertet. Der Export erhielt die Note „Zwei“. „Das Sommergeschäft ist für die meisten Baumschulen sehr gering. Viel wichtiger ist es, den Einstieg in den Herbst zu bekommen“, so die NRW-Betriebe. Der Sommer macht fünf Prozent des Umsatzes aus, der Herbst 50 Prozent und das Frühjahr 45 Prozent.

► Welche Einschätzung der BdB-Landesverband Nordrhein-Westfalen zum Frühjahrsversand 2022 abgegeben hat und wie die Baumschul-Bilanz aus Sicht der BdB-Landesverbände Schleswig-Holstein, Hamburg und Weser-Ems ausgefallen ist, lesen Sie in den TASPO-Ausgaben 27/2022 sowie 28/2022.