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Baumschule Alsótekeres: Klimabäume aus Ungarn

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Die Baumschule Alsótekeres in Enying/Ungarn liegt zehn Kilometer südöstlich des Balaton (Plattensee) in einem vom pannonischen Klima geprägten Gebiet, das heißt mit warmen, trockenen Sommern und sehr kalten Wintern. Diese Voraussetzungen seien ideal für die Selektion, Züchtung und Veredelung von Gehölzen, die mit den Klimawandel-Bedingungen zurechtkommen, sagt Geschäftsführer Elemér Barabits.

Neuzüchtung: Tilia tomentosa ‘Sisi’. Foto: Baumschule Alsótekeres

Tests auf Klimawandel-Tauglichkeit: Baumschule kooperiert mit Veitshöchheim

Schwerpunkt der Züchtungsarbeit der Baumschule Alsótekeres sind demnach „Klimabäume”, beispielsweise aus den Gattungen Celtis, Gleditsia, Ulmus und Fraxinus, ebenso wie Acer campestre, Ostrya carpinifolia und Tilia tomentosa. Auch Corylus colurna spiele in der Produktion eine besondere Rolle, so Zsolt Tóth vom Verkaufsteam.

„Für unsere Arbeit haben wir zahlreiche Klone von Ulmus und Platanus in ihrem natürlichen Ursprungsgebiet in Mittelasien und auf dem Balkan gesammelt“, erklärte Barabits. Ulmus pumila etwa sei züchterisch noch nicht bearbeitet. „Wir sind dabei, diese Art zu verbessern.“ Interessant, da widerstandsfähig gegen Hitze und Frost, sei auch die samenechte Sorbus decipientiformis ‘Vállus’. Für die Tests auf Klimawandel-Tauglichkeit ihrer Bäume kooperiert die Baumschule mit Klaus Körber von der LWG Veitshöchheim.

Als Neuzüchtung stellt Zsolt Tóth Tilia tomentosa ‘Sisi’ vor: Sie sei winterfest, widerstandsfähig gegen Krankheiten, kalk- und trockenheitstolerant. „Im Frühjahr treibt sie etwa acht bis zehn Tage später aus als andere Silberlinden, und ihre Herbstfärbung beginnt einige Tage früher.“ Sie regeneriere sich nach dem Verpflanzen rasch, sei pflegeleicht und mit ihrer eiförmigen, regelmäßigen Krone und den duftenden Blüten ein attraktiver Stadtbaum.

Baumschule produziert breites Sortiment Laubbäumen, Koniferen und Co.

Die Baumschule Alsótekeres züchtet nicht nur, sondern produziert auf 150 Hektar Freiland- und drei Hektar Containerfläche – komplett bewässerbar – ein breites Sortiment an Laubbäumen und Koniferen, Sträuchern, Rosen, Obst und Stauden in vielen Größen und betreibt ein eigenes Gartencenter. Etwa 20 Prozent der Produktion gehen in den Export, vor allem nach Deutschland, Österreich und Rumänien; weitere Märkte sind zum Beispiel Russland, Ukraine, Türkei und Schweden. Die Pflanzen werden an GaLaBau-Betriebe, Kommunen und Privatpersonen verkauft.

Die Baumschul-Produktion am Standort Enying hat bereits 100 Jahre Tradition, in verschiedenen Rechtsformen vom Privatunternehmen bis zum Staatsgut. Gleich nach der politischen Wende wurde Alsótekeres als GmbH gegründet und existiert jetzt als Familienbetrieb, so der Geschäftsführer.