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Baumschule Eschweiler schließt

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Die Baumschule Eschweiler im westfälischen Rinkenrode macht am 30. Juni nach über 100 Jahren dicht. Wie Geschäftsführer Peter Vogt – der von 2007 bis Anfang 2008 auch Vorsitzender im Landesverband Baumschulen Westfalen-Lippe war – gegenüber der TASPO erläuterte, betrifft die Schließung sowohl Produktion als auch Handel und Privatverkauf der Baumschule.

Die Baumschule Eschweiler schließt nach über 100-jähriger Geschichte ihre Pforten. Foto: Matthias Buehner/Fotolia

Veränderungen am Markt Grund für Schließung der Baumschule Eschweile

Vogt begründet das Ende des Traditionsbetriebes mit den Veränderungen am Markt, Nachfolgeprobleme hätten keine Rolle gespielt. Die zuletzt 38 Hektar Produktionsfläche sind inzwischen gerodet und gehen zurück an die landwirtschaftlichen Verpächter. Die zuletzt zehn festen Mitarbeiter und vier Aushilfskräfte sind laut Vogt bereits anderweitig untergekommen, beispielsweise im GaLaBau oder anderen Bereichen.

Die Betriebsstelle in Rinkerode, die für den Einzug nach einer Umsiedlung 1999 um- und teilweise neu gebaut wurde, soll in eine andere landwirtschaftliche Weiternutzung überführt werden.

Baumschule Eschweiler: „Über 100-jährige Gärtnertradition reicht heutzutage nicht mehr aus“

Gegenüber der örtlichen Tagespresse erklärte das Unternehmen: „Auf Grund der sich seit Jahren verändernden Marktbedingungen sieht sich die Familie Vogt nicht mehr in der Lage, ihren eigenen Ansprüchen zu genügen ... Die Liebe zu Pflanzen, fachliches Wissen und eine über 100-jährige Gärtnertradition reichen heutzutage nicht mehr aus, um in der Zukunft existieren zu können.“

Vogt verweist in diesem Zusammenhang auf Sparprogramme der öffentlichen Auftraggeber und europaweite Überproduktionen, die auch im Münsterland zu einem ruinösen Preisverfall bei Bäumen und Sträuchern geführt hätten. Und was den Endverkauf betrifft: Hier hätten Angebotsbreite und Preisgestaltung der Gartencenter zu einem extrem veränderten Einkaufsverhalten der Privatkunden beigetragen. Mit dem Argument „Kaufen, da wo es wächst!“ habe man den Privatverkauf nicht mehr erfolgreich betreiben können.