Grüne Branche

Baumschule: Fachpersonal im Verkauf fehlt

In der Baumschulwirtschaft werden wieder mehr Fachkräfte gebraucht. Positiv sind die in den vergangenen Jahren konstant gebliebenen Auszubildendenzahlen in der Branche, macht Arnd Schurig, Vorsitzender des Ausschusses Ausbildung und Sozialpolitik des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), deutlich. Wie er auf der BdB-Wintertagung ausführte, hat sich nach Jahren des Strukturwandels, in denen Fachkräfte zum Teil frei gesetzt wurden, die Situation durch die bessere Marktsituation verändert. Es gebe nun einen Bedarf nach guten, qualifizierten Fachkräften, wie Gehilfen und vor allem Meistern. Schwer einschätzen lässt sich allerdings, wie hoch der Bedarf in Zukunft ausfällt und ob die Ausbildungszahlen dafür ausreichen werden. Einig ist sich sein Ausschuss, dass zu wenige Meister ausgebildet werden. Laut Schurig haben im Jahr 2006 nur 35 Meister im Bereich Baumschulen bestanden, im Vergleich zu 200 im GaLaBau. Ferner sei im Baumschulbereich mit rückläufigen Zahlen zu rechnen.

Ein besonderes Defizit an guten Fachkräften hätten die Einzelhandelsbetriebe der Branche. Es werden Verkaufsgärtner oder genauer Gärtner mit Schwerpunkt Beraten und Verkaufen gebraucht, so Schurig. Allerdings werde dieser Ausbildungszweig noch zu wenig wahrgenommen. Er appellierte deshalb auf der BdB-Wintertagung an die Mitglieder, in den Landesverbänden zuhause initiativ zu werden und diesen Ausbildungsgang zusammen mit den Berufsschulen und den jeweiligen zuständigen Stellen voranzutreiben oder zu optimieren. Nach wie vor gibt es im Ausschuss Ausbildung und Sozialpolitik Kritik an der politisch gewollten Ausweitung des Berufsschulunterrichtes. Diese Entwicklung verhindert aus Sicht des Ausschusses Ausbildungsplätze und dient auch nicht einer qualifizierten Ausbildung. Denn die Ausbildung müsse in den einzelnen Betrieben stattfinden. Ein Mangel bei den Gärtnerprüfungen seien die allgemein schlechten Gehölzkenntnisse, dem der immer größer werdende Wunsch der Kunden nach Beratung und Entwicklung ihrer Gartenträume entgegensteht. Schurig warnte: "Keine Ahnung von Pflanzen bedeutet schlechtes Verkaufen". Insgesamt gesehen gelte es, alle Anstrengungen zu unternehmen, dem Nachwuchs eine gute Ausbildung zu ermöglichen und jede Möglichkeit zur Nachwuchswerbung zu nutzen.