Grüne Branche

Baumschule Stahl ist Vorreiter

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Baumschule Stahl übernimmt mit der Kultur von Unterlagen eine Pionierrolle. Der auf Beerenobst- und Veredelungsunterlagen spezialisierte Betrieb zieht seit dem Frühjahr 2018 auf einem separaten Feld eine Auswahl Obstunterlagen und Johannisbeeren nach EU-Öko-Vorschrift. Mit der neuen Produktionsmethode wird die Baumschule dem Trend nach ökologisch produzierten Pflanzen gerecht. Im Interview mit Deutsche Baumschule berichten die Inhaber Claus Hinrich und Kai Wilhelm Thies über erste Erfahrungen.

Es gibt zahlreiche Bio-Label und Verordnungen – warum wird bei Stahl nun nach der EU-Öko-Verordnung produziert?

Diese Verordnung ist sozusagen ein guter Einstieg in die Bio-Produktion, denn im Gegensatz zum Anbau von zum Beispiel Obst, Gemüse oder auch Kräutern ist der Bio-Anbau von Baumschulgehölzen eher ein Randgebiet, bei dem es noch wenige gesicherte Erkenntnisse oder Richtlinien gibt. Jeder Baumschuler, der zum jetzigen Zeitpunkt damit anfängt, muss sich selber an die Thematik herantasten und eine Lösung finden, die zu seinem Betrieb und Kulturen passt und dies entsprechend mit seiner Kontrollstelle abstimmen.

Was kann Baumschulbetrieben empfohlen werden, die ebenfalls eine Umstellung in Betracht ziehen?

Es gibt im Grunde wenig praktische Erfahrungen. Zwar schicken Institutionen wie die Landwirtschaftskammer Berater, die dann sagen wie es laufen könnte, aber im Grunde kommt es auf den Betrieb, die richtigen Voraussetzungen, die Kapazität, die Kundenstruktur und vor allem darauf an, Spaß daran zu haben etwas Neues auszuprobieren, was der Firma in jedem Fall von Nutzen ist. Wichtig ist die räumliche und zeitliche Trennung der Bio-Pflanzen von der konventionellen Ware und mit einer Vorlaufzeit von 18 Monaten zu rechnen.

Gibt es schon erste Erkenntnisse, ob die Umstellung auf Bio-Produktion funktioniert?

Ja. Es funktioniert. Wir haben keine nennenswerten Qualitäts-Einbußen gehabt, die Aufwandmengen an Pflanzenschutzmitteln waren niedriger als im konventionellen Bereich und die Ware qualitativ schön gewachsen. Es gibt allerdings noch Stellschrauben wie Bio-Dünger an denen wir arbeiten um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Netzschwefel lässt sich gegen Mehltau zum Beispiel bei beiden Anbaumethoden mit guten Ergebnissen einsetzen. Von dieser Art Erkenntnisse hoffen wir mehr zu gewinnen. Die größte Herausforderung ist übrigens das Unkraut. Hier sind wir durch unsere einjährige Kulturdauer im Vorteil und arbeiten auch hier wie im ganzen Betrieb GPS gestützt.

Das komplette Interview mit Claus Hinrich Thies und Kai Wilhelm Thies lesen Sie in Deutsche Baumschule Ausgabe 11/2019.