Baumschulen appellieren: Bäumen über den Sommer helfen

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Bäume brauchen ausreichend Wasser, um Trockenheit und Hitze unbeschadet überstehen zu können. Foto: BdB

Bäume leiden auch in diesem Jahr wieder unter Hitze und Trockenheit. Insbesondere Stadtbäumen fehlt Wasser, weil ihre Wurzeln es aufgrund der schwierigen Standortbedingungen oft nicht schaffen, in Richtung Grundwasser zu wachsen. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) ruft deshalb dazu auf, Bäume zwischen Mai und Oktober regelmäßig mit zusätzlichem Wasser zu versorgen.

Wurzeln haben in Städten und vielen Gärten zu wenig Platz

Unter normalen Bedingungen reichen die Wurzeln von Bäumen im Laufe der Jahre weit genug in den Boden, um das im Unterboden vorhandene Wasser aufnehmen zu können und sich so auch in trockenen Zeiten eigenständig mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. In der Stadt, an Straßen und auch in vielen Gärten herrschen dagegen meist extreme Bedingungen für Gehölze, weil den Wurzeln in dicht besiedelten Gegenden sowie an Verkehrswegen mit Pflaster, Steinen, Asphalt und verdichteten Böden viel zu wenig Raum gewährt wird. Zudem kann Regenwasser oft nicht in den harten Untergrund einsickern und fließt stattdessen sehr schnell in die Kanalisation ab. Weil tiefere Bodenschichten so nicht durchfeuchtet werden, kommen Pflanzen vor allem bei kurzzeitigem, heftigem Starkregen deutlich zu kurz.

Stadtbäume sollten in der Vegetationsperiode eigentlich immer gegossen werden

Stadtbäume mit ihren schwierigen Umweltbedingungen sollten daher während der Vegetationsperiode eigentlich immer gegossen werden, empfiehlt der BdB – auch, wenn der Baum auf den ersten Blick noch gut aussieht. Haben die Bäume bereits gelbe Blätter, ist das ein sehr deutliches Anzeichen für Trockenstress und fast schon zu spät für den Baum. Liegen zum Beispiel Mitte Juli schon die Platanenblätter auf der Erde, hat der Baum nicht genügend Wasser, um sein gesamtes Laub zu versorgen und die ersten Blätter werden weit vor dem Herbst abgeworfen. Darüber hinaus müssen auch neu gepflanzte Bäume gut gegossen werden. Dies gilt vor allem vom ersten bis zum fünften Standjahr, wenn die Bäume am neuen Standort Fuß fassen, ihre Wurzeln aber noch nicht vom Grundwasser profitieren.

Bäume mit zehn Eimern Wasser pro Woche gießen

„Am allerbesten unterstützt man einen Baum, wenn man ihn in der Hauptvegetationsperiode zwischen Mai und Oktober regelmäßig einmal in der Woche mit zusätzlichem Wasser versorgt“, erklärt Baumschulmeister Reinhard Bertels von der Baumschule Bertels in Drensteinfurt. Um einem Baum über die trockene und heiße Zeit zu helfen, reichen etwa zehn Eimer Wasser pro Woche aus, wie das BdB-Mitglied ergänzt. Zu welcher Tageszeit gegossen wird, spiele dabei keine Rolle, allerdings muss der Boden durchweicht werden.

„Einmal einen Eimer Wasser hinzukippen, bringt nicht viel“, so Bertels. „Gießen Sie am besten zehn Eimer Wasser direkt auf die Wurzel, schön langsam nacheinander. Und leeren Sie erst dann den nächsten Eimer, wenn das erste Wasser versickert ist“, lautet die Empfehlung des Experten. Neben Eimer, Gießkanne oder Gartenschlauch eignen sich auch Wassersäcke, die um den Stamm gelegt und mit Wasser gefüllt werden und so dafür sorgen, dass die Flüssigkeit langsam und senkrecht in das Wurzelwerk der Bäume einziehen kann.

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