Grüne Branche

Baumschulen: Hausbäume für kleine und größere Gärten

Baumschulen haben ihre Sortimente angepasst und eine ganze Reihe attraktiver, klein bleibender und kleinkroniger Bäume im Angebot, die auch im Hausgarten ihren Platz finden. So muss heute kein Gartenbesitzer auf einen Hausbaum verzichten, der jedem Grundstück eine ganz individuelle Note verleiht. 

Aber Sorgfalt ist bei der Auswahl gefragt, damit der Hausbaum für Jahrzehnte in dem Rahmen bleibt, der ihm zur Verfügung steht. Nachstehend eine kleine Auswahl – hier aus der Baumschule Rohwer in Gnutz. Auch bei anderen Baumschulen finden sich diese Bäume im Sortiment.

Zu den Bäumen mit rundlicher Krone gehört beispielsweise die Kugelplatane Platanus hispanica ‘Alpheus Globe’. Der Stamm wird im Laufe der Jahre zwar dicker, die Stammhöhe bleibt mit drei bis vier Metern aber immer gleich. Die Kugelplatane bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.

Der Trompeten-Kugelbaum, Catalpa bignonioides ‘Nana’ macht seinem Sortennamen alle Ehre. Er wird nur vier bis sechs Meter groß und besticht durch eine sehr schöne Rundkrone. Blüten und Früchte entstehen bei dieser Sonderform nicht. Der Baum treibt erst spät im Frühjahr aus. Seine großen, dekorativen Blätter verströmen einen leichten Duft. Im Herbst verfärbt sich das Laub hellgelb. Dankbar ist diese Sonderform des Trompetenbaumes für einen windgeschützten Standort und im Winter einen Stammschutz vor tiefen Frösten.

Ein lebendes Fossil ist der Ginkgo, von dem es aber auch Formen mit kugelförmiger Krone gibt. ‘Saratoga’ ist eine solche Züchtung, die langsam und kompakt wächst und nur drei bis vier Meter hoch wird. Sie gedeiht in jedem guten Gartenboden und sogar im Kübel. Die Blätter dieser Sorte sind auffallend tief geschlitzt und färben sich im Herbst leuchtend gelb.

Interessant am Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua) sind die ahornähnlich gelappten Blätter, die im Herbst eine leuchtende gelb-orange-rote Farbe annehmen und diese lange behalten. Zerriebene Blätter verströmen einen angenehm süßlichen Duft. Die kleine, auch im Alter kaum mehr als vier Meter im Durchmesser erreichende, schlanke Krone prädestiniert den Amberbaum geradezu für eine Verwendung als Hausbaum.

Eine ziemlich seltene Sorte der Felsenbirne ist die baumartig, fünf bis zehn Meter hoch werdende, mit einer kleinen Krone wachsende Amelanchier arborea ‘Robin Hill’. Mit ihrem zierlichen Wuchs und den aufwärts strebenden Ästen eignet sie sich ideal für beengte Standorte an schmalen Wegen, aber auch für Innenhöfe, Haus- oder Vorgärten. Im März/April erscheint die Blüte – im Knospenstadium rosa, aufblühend weiß und duftend. Die fast schwarzen Früchte haben kaum Geschmack – anders als andere Felsenbirnen – und werden bald nach der Reife abgeworfen.

Wer im Herbst eine spektakuläre Rotfärbung des Laubs bevorzugt, ist mit Sorbus ‘Dodong’ richtig bedient. Bei dieser neuen Ebereschensorte handelt es sich um einen kleinen Baum, der um die acht (bis zehn Meter) hoch wird. Die weißen Blütendolden erscheinen im Mai, die scharlachroten Früchte ab August. Die Eberesche gedeiht auf einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie bevorzugt einen lockeren, durchlässigen, aber keineswegs stau nassen Boden.

Magnolien schlechthin haben ihren großen Auftritt zur Blütezeit. Alte Bäume oder Großsträucher sind allerdings manchmal recht ausladend. Die selten zu findende Magnolia soulangeana ‘Heaven Scent’ hingegen wächst als kleinkroniger Baum schlank aufrecht mit kleinem Astwinkel und bringt schon in jungen Jahren die stark duftenden, schalenförmigen rosa Blüten von rund zwölf Zentimeter Durchmesser hervor. Die Magnolie wird etwa fünf Meter groß und eignet sich daher gut als Hausbaum. Saurer, gleichmäßig feuchter Boden bevorzugt.

Gleichfalls attraktiv ist die großblumige Magnolia ‘Galaxy’, mit kegelförmiger Krone, einer Höhe bis fünf Metern und rosaroter, leicht duftender Blüte im Mai ein exzellentes Solitärgehölz.

Das helle, an Weidenblätter erinnernde Laub der Hängenden Silber-Birne (Pyrus salicifolia ‘Pendula’) weist schon darauf hin, dass die „Olive des Nordens“ heißes und trockenes Stadtklima gut verträgt. Die Silber-Birke erreicht Höhen von vier bis fünf Metern, ihre unregelmäßig überhängenden Äste geben ihr eine malerische Form, die durch Schnitt sogar individuell gestaltet werden kann. Ein dunkler Hintergrund bringt das silbrig-graue Laub besonders gut zur Geltung. Im August reifen kleine grüne Birnen.

Nicht vergessen werden sollte auch das reichhaltige Sortiment an Zieräpfeln, die sich hervorragend als Hausbäume eignen. Fast das ganze Jahr über bilden sie – von der Blüte über den Fruchtbehang bis zur Laubfärbung – einen attraktiven Blickfang vor der Haustür. Zieräpfel werden fünf bis sieben Meter hoch. Bewährt sind beispielsweise die Malus-Sorten ‘Rudolph’, ‘Evereste’, ‘Makamik’, ‘Prof. Sprenger’, ‘Red Sentinel’, ‘Profusion’, ‘Wintergold’ oder ‘Striped Beauty’. Sie unterscheiden sich jeweils in der Farbe des Laubs, der Blüten und Früchte.

Im Folgenden noch einige besonders schöne, aber größer werdende Bäume, die sich deshalb eher für größere Gärten eignen:

Der Japanische (Leb-)Kuchen- oder Katsurabaum (Cercidiphyllum japonicum) ist in vielen Botanischen Gärten zu finden. Er hat im Herbst seinen großen Auftritt, denn die zu Boden fallenden Blätter entwickeln einen ungewöhnlichen Geruch nach Karamell, Rosinen- oder Lebkuchen. Der Baum bildet oft mehrere Stämme, wird zwölf bis 15 Meter hoch (am natürlichen Standort bis 30 Meter) und bildet anfangs eine trichterförmige, später breitkegelige bis schirmförmige Krone. Als Besonderheit sei weiterhin auf die Kurztriebe hingewiesen, die sich mit jeweils einem Blatt direkt am Stamm bilden.

Die sommergrüne Europäische Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) ist eigentlich in Südeuropa und Kleinasien beheimatet. Sie wird mit zehn bis 15 Metern ziemlich groß, wächst aber langsam. Die typischerweise tief ansetzende Krone hat eine anfangs kegelförmige, später offene Form. Die Blätter ähneln denen von Buchen. Die männlichen Blütenstände sitzen zu mehreren an den Zweigspitzen und blühen im Frühjahr ganz ähnlich wie Haselnüsse. Die Fruchtstände hingegen ähneln dem Hopfen.

Mit 15 bis 20 Metern Höhe und zehn bis zwölf Metern Breite braucht die Winter-Linde Tilia cordata ‘Greenspire’ ebenfalls viel Raum. Wegen ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Hitze, Luft- und Bodentrockenheit gilt sie aber als anpassungsfähiger Stadtbaum. Die Kronenform ist kompakt kegelförmig, im Alter breit eiförmig, sodass sie auch dort gepflanzt werden kann, wo die gewöhnliche Winter-Linde zu groß werden würde. Die Aststellung ist schräg aufrecht, während die kleineren Zweige waagerecht oder ansteigend wachsen und leicht überhängen. Die Winter-Linde ‘Greenspire‘ zeichnet sich zudem durch gute Winterhärte aus. (jen)