Grüne Branche

Baumschulen: Nachfrage schwankt, aber keine Krise

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„Die Nachfrage schwankt, ist aber immer vorhanden.“ Diese Bilanz zieht der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) mit Blick auf das vergangene Jahr. Wenig glücklich ist der Verband deshalb mit Medienberichten, die von einer kritischen Wirtschaftssituation der Baumschulen sprechen.

„Die Nachfrage schwankt, ist aber immer vorhanden“, so das Fazit des BdB-Landesverbands Schleswig-Holstein. Foto: BdB

„Die Schlagzeilen der letzten Wochen, Monate und Jahre haben mir nicht gefallen. Sie zeichneten für mich kein realistisches Bild der Lage der Baumschulwirtschaft“, so der Vorsitzende des BdB-Landesverbands, Axel Huckfeldt auf der Mitgliederversammlung im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Baumschulen befinden sich in europäischem Verdrängungswettbewerb

Laut Huckfeldt befinden sich die Baumschulen in einem europäischen Verdrängungswettbewerb – mit all seinen negativen Seiten. Als Ursachen nennt der Vorsitzende unter anderem gestörte Märkte in Osteuropa und Russland und zu wenige Infrastrukturprojekte mit Pflanzenverwendung im Bundesgebiet. „Aber in diesem Zusammenhang von einer Krise zu sprechen halte ich für übertrieben“, so Huckfeldt.

Die Nachfrage bei den Baumschulen schwanke zwar, sei aber immer vorhanden, betont der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Landesverbands. „Unser Produkt ist für eine lebenswerte Umwelt unverzichtbar. Mit weiterer Verdichtung der urbanen Lebensräume wird die Bedeutung unserer Pflanzen für den Menschen auch noch weiter steigen“, ist Huckfeldt überzeugt.

Diese Erkenntnis sei allerdings noch nicht bei allen Städteplanern und -verwaltern angekommen. Beziehungsweise falle das Grün in Anbetracht meist knapper Finanzen in den Kommunen oftmals dem Rotstift zum Opfer, so Huckfeldt.

Preise: „Wir bekommen seit Jahren viel zu wenig Geld für unser Produkt“

Deutliche Worte findet der Landesverbandsvorsitzende auch zum Thema Preise. „Es ist unbestritten: Wir bekommen seit Jahren viel zu wenig Geld für unser Produkt. Da kann man klagen und jammern, aber den Preis machen wir letztlich zum großen Teil selbst. Der Preis regelt sich nach Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage ist vorhanden, schwankend und auf niedrigem Niveau“, sagt Huckfeldt.

Um das Interesse der Kundengruppen wieder nach Schleswig-Holstein zu lenken, geht in diesem Jahr die Veranstaltung florum – Holsteiner Baumschultage als neue Form der Gebietswerbung an den Start – eine Kombination aus Tagen der offenen Tür und einer zweitägigen Vortragsveranstaltung, bei der die Betriebe auf einige tausend auswärtige Besucher hoffen.