Grüne Branche

Baumschulen: „Nichts lief normal“ im Großhandel

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Die Wetterextreme der vergangenen Monate brachten die Baumschulen teilweise an ihre Belastungsgrenzen, wie unsere Umfrage unter einigen Landesverbänden im Bund deutscher Baumschulen (BdB) zeigt. Langer Frost und anschließend viele heiße Wochen vermiesten das Frühjahrsgeschäft.

Die Baumschulen in Weser-Ems melden ein stagnierendes Preisniveau gegenüber dem Vorjahr. Foto: BdB-Landesverband Weser-Ems

Frühjahrsgeschäft zu kurz

Die Baumschulen mit Großhandelsausrichtung (rund 95 Prozent) im Landesverband Weser-Ems schauen auf ein wenig positives Frühjahr zurück. Die abgesetzten Mengen als auch die Preise bewerten sie in unserer Umfrage mit der Schulnote 3.

„Durch den Frost im März und die extrem hohen Temperaturen im Mai war das Frühjahrsgeschäft zu kurz, sodass nicht die gewünschten Mengen abgesetzt werden konnten“, heißt es aus Westerstede auf Nachfrage der TASPO. „Nichts lief normal.“ Durch den beschriebenen Witterungsverlauf wäre das Versandfenster sehr kurz gewesen. Das wiederum führte zu einer extremen Arbeitsbelastung in den Betrieben.

Export Richtung Skandinavien positiv

Das Geschäft mit Gartencentern, Pflanzenmärkten und Einzelhandelsbetrieben beurteilen die Baumschulen in unserer Umfrage mit einer 2 bis 3, je nach Sortiment. „Im Garten- und Landschaftsbau ist der Absatz nach wie vor stabil. Allerdings sind die Aufträge oft kleinteilig und kurzfristig.“ Überwiegend gut sei das Geschäft mit anderen Baumschulen. Im Bereich Export lief es Richtung Skandinavien positiv, Richtung Osten allerdings schwierig.„Wie gehabt schwierig“ war auch der Absatz an Kommunen beziehungsweise über Ausschreibungen.

Befragt zur Entwicklung des Preisniveaus gegenüber dem Vorjahr, antwortet der BdB-Landesverband Weser-Ems, dass es überwiegend stagniert. Bei knappen Artikeln seien leichte Preissteigerungen möglich.

Alles in allem blicken die Betriebe in Weser-Ems vorsichtig positiv auf das Sommergeschäft. Zu dieser Zeit machen sie nur rund zehn Prozent ihres Jahresumsatzes. Auf den Herbst fallen 30 Prozent und auf das Frühjahr 60 Prozent.

Frühjahr auch für Hamburgs Baumschulen schwierig

Ähnlich verteilt sind die Umsatzanteile in den Baumschulen im BdB-Landesverband Hamburg. Die Sommersaison macht auch dort nur zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes aus. Im Herbst sind es 35 Prozent und im Frühjahr 55 Prozent.

Auch in und um die Hansestadt, wo fünf Betriebe Großhandel betreiben, war das Frühjahr schwierig und der Versand komprimiert. „Es war ein schnelles, kleinteiliges Geschäft mit extrem kurzen Vorlaufzeiten“, sagt Bernhard von Ehren, Vorsitzender des Landesverbandes Hamburg. Die Menge beurteilen die Betriebe in unserer Umfrage mit der Note 1 bis 2, den Preis mit einer 4.

Preisniveau stagniert insgesamt

Das mengenmäßige Geschäft im Bereich Garten- und Landschaftsbau bewertet Hamburg mit einer 2. In Sachen Qualität wurde eine 3 bis 4 vergeben. Der kommunale Absatz wird in unserer Umfrage als „schlecht“ eingestuft. Auf einem mittleren Niveau hingegen liegt der Absatz an andere Baumschulen. Besser noch lief das Exportgeschäft (gut).

Die Hamburger Baumschulbetriebe teilen die Ansicht derer aus Weser-Ems, dass das Preisniveau insgesamt stagniert. Nur in einzelnen Bereichen sei es gestiegen. Anstiege seien im Sommer beim Versand zu erwarten, der immer wichtiger werde.

Weitere Ergebnisse unserer Umfrage zum Frühjahrsgeschäft in den Baumschulen lesen Sie in der TASPO 25/2018, die am 22. Juni erschienen ist.