Grüne Branche

Baumschulen raten zu Klimabäumen in Privatgärten

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Bäume sind gut fürs Klima, doch längst nicht alle Arten und Sorten kommen mit den Folgen des Klimawandels zurecht. Deshalb suchen Forscher und Baumschulen gemeinsam nach sogenannten „Klimabäumen“ – und empfehlen aktuell, auch bei Pflanzungen in Privatgärten auf die richtige Gehölzauswahl zu achten.

Auch in Privatgärten werden sogenannte Klimabäume immer wichtiger. Foto: Pixabay

Sorgfältige Auswahl des passenden Baumes unabdingbar

Auch wenn Extremstandorte im Hausgarten eher selten vorkommen, seien auch dort die Folgen der Klimaveränderung spürbar. Entsprechend seien bei geplanten Baumpflanzen im privaten Grün „gründliche Überlegungen vorab und eine sorgfältige Auswahl des passenden Baumes unabdingbar“, wie der Verband der GartenBaumschulen BdB betont. Wichtig sei demnach, dass junge Setzlinge gut auf die Bedingungen des jeweiligen Standorts abgestimmt seien.

„Damit die Bäume eine reelle Anwachschance haben, sollten sie auch gute ‚Klimabäume‘ sein. Das heißt, die Bäume sollten mit den lokalen Folgen des Klimawandels gut klarkommen. Sie müssen Trockenheit, Hitze, generelle Wetterextreme aushalten und auch durch den Klimawandel eingeschleppte Krankheiten und Schädlinge überstehen können“, erläutert Oliver Fink, Geschäftsführer der GartenBaumschule Becker (Bergisch Gladbach) und Vorsitzender des Verbands der GartenBaumschulen BdB.

Einheimische Gehölze nicht immer die beste Wahl

In diesem Zusammenhang müssten auch heimische Pflanzen neu bewertet werden, denn nicht alle der ursprünglich vorkommenden Sorten können sich schnell genug an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Infolgedessen dürften sich deren Lebensräume in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich verschieben, während hierzulande stattdessen andere Arten als bisher Einzug halten werden, lautet die Prognose der GartenBaumschulen.

Bereits jetzt schon kann ein einheimischer Baum nicht unbedingt die beste Wahl für Privatgärten sein – insbesondere, wenn der Garten mitten in der Stadt liegt. Ebenso komme regionalen Unterschieden eine entscheidende Bedeutung zu, wie der Verband der GartenBaumschulen am Beispiel des Amberbaums (Liquidambar) verdeutlicht.

Experten wissen, welcher Baum dem Klimawandel trotzt

Das ursprünglich aus Nordamerika stammende Gehölz komme mit wärmeren Temperaturen, Trockenheit und auch Überflutungen gut zurecht und sei damit etwa im Gebiet rund um Köln „ein wunderbarer und sehr gesunder Baum, der wenige Ansprüche an seinen Standort stellt“. Da der Amberbaum sein prachtvoll gefärbtes Herbstlaub aber erst spät abwerfe, sei er hingegen in Regionen mit früh einsetzendem Schneefall eher fehl am Platz, weil seine Äste unter der schweren Last reihenweise abbrechen können.

„Gerade wenn Sie einen Baum pflanzen, an dem Sie lange Freude haben wollen, sollten Sie vorher unbedingt mit Fachleuten sprechen“, rät Oliver Fink. Diese kennen dem Gärtnermeister zufolge die neuesten Forschungsergebnisse und wissen in der Regel ganz genau, welcher Baum dem Klimawandel trotzt. „Auch kennen sie sich bestens mit den örtlichen Wetter- und Bodenbedingungen aus. Sich einfach einen Baum aus dem Katalog auszusuchen, funktioniert in der Regel nicht.“