Grüne Branche

Baumschuler kennen sich aus: Wachstum braucht guten Boden

Ökologie
Er ist eigentlich allgegenwärtig! Man steht auf ihm, man geht auf ihm, man baut auf ihm und für manche Zeitgenossen ist er doch nur „der Dreck an den Schuhen": der Boden! Für Gärtner und Hobbygärtner dagegen ist er das aufregendste Substrat in ihrem Reich. Der Mutterboden ist die oberste Bodenschicht, die neben den mineralischen Hauptbestandteilen auch Humus und Kleinlebewesen enthält und die besonders fruchtbar ist.

Mit automatischer Bewässerung und geschlossenen Systemen produzieren Baumschulen. Foto: BdB.

Im Lexikon findet sich diese allgemeine Definition von Boden: „Boden ist der oberste, belebte sowie mit Wasser und Luft durchsetzte Teil der Erdkruste." Die Gärtner der Fachrichtung Baumschule würden dem nicht widersprechen, aber ihre Definition wäre vermutlich viel pragmatischer: „Boden ist unser wichtigster Produktionsfaktor." So bestimmen in den Baumschulen vor allem die Bodenqualität und das (Lokal-)Klima über das Sortiment und die Anbauweise der Gehölze. Baumschuler haben also ein hohes Interesse daran, ihren Boden zu pflegen, zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern. Doch das Verhältnis der Baumschuler zu ihrem Boden geht über die Produktion weit hinaus: Viele der Bäume und Sträucher, die Baumschulen verkaufen, übernehmen später an ihrem Pflanzort wesentliche Aufgaben zum Bodenschutz - in der freien Landschaft, in Städten und in privaten Gärten.

Bodenschutz in der Baumschule und im Garten

Jeder Gartenbesitzer kann mit ganz einfachen Mitteln einen wertvollen Beitrag zum Bodenschutz leisten. Wer seinem Garten und seiner Umwelt Gutes tun will, bepflanzt seine Beetflächen am besten abwechslungsreich mit Bäumen, und niedrig wachsenden Sträuchern und Bodendeckern, um so den Boden vor Erosion bzw. Bodenverdichtung zu schützen. Die Bodenbepflanzung ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ökologisch bedeutsam: Der Garten wird zum abwechslungsreichen Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna, das Regenwasser kann versickern und an warmen Tagen wieder verdunsten. In Baumschulen wird dieses Ziel oft mit Untersaaten, zum Beispiel von Leguminosen-Arten (Hülsenfrüchte, wie Wicken und Lupinen) erreicht: In den Anzuchtquartieren von Bäumen wachsen diese stickstoffsammelnden Pflanzen den Sommer über. Sie verhindern auf natürliche Weise das Keimen von unerwünschten Wildkräutern und bieten zudem vielen Insekten und Wildtieren Lebensraum. Spät im Jahr werden diese nährstoffspeichernden Pflanzen in die Erde eingearbeitet und dienen den Baumschulpflanzen als natürlicher Dünger und Bodenverbesserer.

Zu empfehlen ist auch, Wegeflächen im Garten mit wasserdurchlässigem Pflaster zu belegen. So kann sich auch unter dem Weg Leben entwickeln und ganz nebenbei verringern sich die Abwasser-Gebühren. Ein „guter Boden" zeichnet sich übrigens dadurch aus, dass er ein reges Bodenleben aufweist: dazu gehören in der Erde lebende Pflanzen und Tiere, Insekten, Bakterien und Pilze. Auch wenn die meisten dieser Lebewesen für uns unsichtbar bleiben: Ohne sie gäbe es kein pflanzliches, tierisches oder menschliches Leben auf der Erde! Dieses Bodenleben gilt es zu schützen! Deshalb werden Dünger und Pflanzenschutzmittel in Baumschulbetrieben nur sorgsam und bedarfsgerecht eingesetzt. Welche Stoffe sich eignen und in welcher Dosierung sie eingesetzt werden, erfahren Gartenbesitzer am besten bei jemandem, der sich mit den Bodenansprüchen der Pflanzen auskennt - einem Gärtner der Fachrichtung Baumschule.

Auch wenn es im ersten Moment verwundert: In Baumschulen werden mit dem Ziel des Bodenschutzes manchmal sogar Kulturflächen großflächig eingeebnet und mit wasserundurchlässigen Matten abgedeckt. Zur Produktion von Containerpflanzen, die in Töpfen stehen, ist eine regelmäßige Bewässerung und Düngung notwendig. Um eine gezielte und sparsame Düngung zu ermöglichen und gleichzeitig zu verhindern, dass überschüssiges Wasser mit Nährstoffen in den Boden eindringt, arbeiten solche auf die Topfkultur spezialisierte Betriebe mit geschlossenen Systemen. Sie fangen das abfließende Gießwasser wieder auf und sammeln es in Teichen, aus denen beim nächsten Gießen wieder Wasser entnommen wird. Das spart Wasser, stellt eine optimale Versorgung der Baumschulpflanzen sicher und schont den Boden. Denn Boden ist wertvoll und kein „Dreck an den Schuhen"!

Gut zu wissen!

Bodenkunde und Bodenschutz sind in der Ausbildung zum Baumschuler ebenso wichtige Lerninhalte wie Pflanzenernährung, Botanik oder Technik. Auch, welche Pflanzen sich eignen, um zum Beispiel einen Hang zu befestigen, welche Pflanzen sich auf schwierigen Böden zurechtfinden und wie Gartenbesitzer mit ihren Flächen zum Bodenschutz beitragen können, erfahren Interessierte bei ihrer Baumschule.

Quelle: BdB, www.gruen-ist-leben.de